25.000 Anträge in einem Monat: Ansturm auf das Baukindergeld

Das Baukindergeld war hochumstritten. Doch jetzt zeigt sich: Die Bürger reißen es dem Staat förmlich aus den Händen. Seit einem Monat kann man überhaupt erst Anträge stellen, doch schon haben das Zehntausende getan. Besonders gefragt ist die staatliche Förderung in NRW. Kein Wunder: Das Land hat seine Förderung von Wohneigentum stark verbessert und ein attraktives Gesamtpaket geschaffen.

Aachen. Das neue Baukindergeld stößt auf eine – von manchem Kritiker unerwartet – hohe Resonanz. Erst seit einem Monat können Familien die finanzielle Hilfe für den Weg ins Eigenheim beantragen. Doch wie die zuständige KfW Bank jetzt mitgeteilt hat, sind bereits 24.399 Anträge eingegangen. Die mit Abstand meisten davon stammen aus Nordrhein-Westfalen: 5.611 waren es genau. Damit liegt NRW weit vor dem zweitplatzierten Baden-Württemberg (3.197 Anträge).

Für Erik Uwe Amaya ist das keine Überraschung. Der Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland meint mit Blick auf die Zahlen: „Wir haben uns entschieden für das Baukindergeld ausgesprochen, weil wir ein großes Potential darin gesehen haben. Viele junge Menschen wünschen sich ein Eigenheim, können das hohe benötigte Eigenkapital aber aus eigener Kraft kaum aufbringen.“ Für diese Fälle sei das Baukindergeld hilfreich.

Gutes Klima für Eigentumsaufbau in NRW

Hinzu kommt: Wie berichtet hat die NRW-Landesregierung zu Jahresbeginn die Eigentumsförderung in NRW sehr viel attraktiver gestaltet. „Auch das ist ein Erfolg unserer politischen Arbeit“, resümiert Amaya. „Wir haben uns intensiv dafür eingesetzt und die Landesregierung beraten, wie die Förderung so angepasst werden kann, dass sie von den Bauherren auch genutzt wird. Wichtigster Bestandteil waren die erstmals eingeführten Tilgungsnachlässe.“ Letztere waren zuvor nur aus dem sozialen Wohnungsbau bekannt – und auch dort ein Erfolgsmodell.

Zusammen mit dem Baukindergeld vom Bund sind die Fördermöglichkeiten gerade für junge Familien jetzt so attraktiv, dass sie zahlreich das Projekt Eigenheim in Angriff nehmen können. „Das ist eine positive Entwicklung“, findet auch der Vorsitzende von Haus & Grund Rheinland, Prof. Dr. Peter Rasche. „All die Menschen, die damit jetzt ins Eigentum ziehen können, entlasten die vielerorts angespannten Mietwohnungsmärkte. Gleichzeitig bauen sie sich einen wertvollen Bestandteil ihrer Altersvorsorge auf.“

Baukindergeld: Ab März 2019 soll das Geld fließen

Pro Jahr stehen nach aktuellem Stand 3 Milliarden Euro  für das Baukindergeld zur Verfügung. Davon sind 516 Millionen Euro bereits durch die bislang vorliegenden Anträge beansprucht. Die Auszahlungen sollen im kommenden März beginnen. Wie berichtet beträgt das Baukindergeld 1.200 Euro pro Jahr für jedes Kind – und das über einen Zeitraum von 10 Jahren hinweg. Familien können also für den Bau oder Kauf ihres Eigenheims mit einem Zuschuss von 12.000 Euro pro Kind planen.

Die meisten Anträge – rund 10.700 – stellten bislang Familien mit zwei Kindern. Knapp 10.200 Anträge kamen von Bauherren mit einem Kind. Familien mit drei Kindern stellten insgesamt über 2.780 Anträge – der große Abstand ist wenig verwunderlich. Immerhin sind so kinderreiche Familien nicht mehr besonders häufig in Deutschland – und viele Familien möchten den Schritt ins Eigenheim auch schon gehen, bevor das 3. Kind hinzukommt.

Eigenheim mit Baukindergeld geplant – was ist zu beachten?

Alle weiteren wichtigen Informationen zum Baukindergeld sowie zu den Antragsformalitäten können Sie in unserer bisherigen Berichterstattung zu diesem Thema nachlesen.

 

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