Baukindergeld kommt – aber nur für kurze Zeit

Das Baukindergeld kommt – und zwar ohne die zwischenzeitlich diskutierte Obergrenze für die Größe der gekauften oder neu gebauten Immobilie. Doch es gibt einen großen Haken: Um die Kosten im Rahmen zu halten, soll es das Baukindergeld nun für nur rund zweieinhalb Jahre geben. Danach werden keine Anträge mehr angenommen. Haus & Grund mahnt eine langfristig verlässliche Eigentumsförderung an.

Berlin/Düsseldorf. Das Baukindergeld wird eingeführt – rückwirkend zum 1. Januar 2018. Der Zuschuss wird nicht an eine bestimmte Maximalgröße des neu oder gebraucht gekauften Eigenheims geknüpft. Aber: Nur bis Ende 2020 werden Anträge für das Baukindergeld angenommen. Auf diesen Kompromiss hat sich die Große Koalition jetzt geeinigt. Damit beenden die Koalitionäre ihren Streit darüber, wie die Kosten für das Baukindergeld begrenzt werden können.

Ansonsten bleiben die Bedingungen so: Das Baukindergeld erhalten Familien mit einem Haushaltseinkommen von maximal 75.000 Euro, das pro Kind sogar noch um 15.000 Euro höher ausfallen darf. Gezahlt werden 1.200 Euro pro Kind und Jahr über einen Zeitraum von 10 Jahren hinweg. Da es keine Begrenzung für die Größe der Immobilie gibt, können Familien auch Bestandsimmobilien auf dem Land kaufen – hier sind nämlich oft auch relativ große Häuser zu erschwinglichen Preisen auf dem Markt.

Baukindergeld: Koalition macht faulen Kompromiss

„Wir begrüßen es grundsätzlich, dass das Baukindergeld jetzt tatsächlich kommt“, sagte Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland. „Es ist gut, dass man zugleich von der unsinnigen Begrenzung der Wohnfläche Abstand genommen hat, die zuletzt in der Diskussion war.“ Haus & Grund hatte diese Pläne deutlich kritisiert.

Zugleich beinhalte der jetzt beschlossene Kompromiss allerdings auch einen herben Rückschlag für die Bemühungen um mehr Wohneigentum: „Die enge zeitliche Befristung führt dazu, dass das Baukindergeld am Ende nur eine begrenzte Wirkung entfalten wird“, stellte Amaya fest. „Es besteht außerdem die Gefahr, dass Familien jetzt schneller ins Eigenheim ziehen, als es für eine solide Finanzierung sinnvoll wäre. Eine Immobilie ist kein Gelegenheitskauf, den man mal eben mitnimmt, weil es gerade günstig ist.“

Die Befristung der gesamten Maßnahme auf drei Jahre dient wohl auch dazu, einer Nachfolgeregierung nicht die Entscheidung vorwegzunehmen, wie es mit der Eigentumsförderung weiter gehen soll. Der Vorsitzende von Haus & Grund Aachen, Prof. Dr. Peter Rasche, bedauerte dieses für Große Koalitionen typische Verhalten: „Die denken nur bis zur nächsten Wahl. Wir brauchen aber langfristige, verlässliche Maßnahmen zur Förderung von Wohneigentum.“ Eine solche Maßnahme wäre die Entlastung der Bürger bei den Kaufnebenkosten – insbesondere bei der Grunderwerbsteuer, wie Rasche betonte.

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