Baukindergeld kommt an: Vor allem bei Familien mit kleinen Einkommen

Das umstrittene Baukindergeld macht wieder von sich Reden: Entgegen aller Unkenrufe funktioniert das Programm offenbar bestens. Mitnahmeeffekte wohlhabender Haushalte bleiben aus, das Baukindergeld kommt vor allem bei Familien mit geringen Einkommen und kleinen Kindern an. Besonders stark profitieren die Familien in Nordrhein-Westfalen von dem Programm.

Berlin. Das Baukindergeld erreicht vor allem Familien mit kleinen Einkommen. Von den bislang genehmigten gut 43.000 Anträgen stammen etwa 60 Prozent von Familien, deren zu versteuerndes Haushaltseinkommen nicht mehr als 40.000 Euro im Jahr beträgt. In rund 40 Prozent der Fälle übersteigt das Einkommen nicht einmal die Grenze von 30.000 Euro. Das geht aus Zahlen des zuständigen Bundesinnen-, Bau- und Heimatministeriums hervor, wie von vielen Medien übereinstimmend berichtet wurde.

Demnach profitiert Nordrhein-Westfalen besonders stark vom Baukindergeld: Von den bislang gestellten 112.000 Anträgen kamen 24.700 aus NRW. Das sind gute 22 Prozent, also etwas mehr als ein Viertel. Die Auswertung stützt sich allein auf die 43.000 bislang genehmigten Anträge. Die große Diskrepanz zwischen der Zahl eingegangener und genehmigter Anträge liegt dem Vernehmen nach nicht an einer hohen Ablehnungsquote. Vielmehr ist die zuständige KfW-Bankengruppe noch dabei, die Antragsflut abzuarbeiten.

Baukindergeld meist an Familien mit Kleinkindern

Die berichteten Zahlen zeigen außerdem, dass vor allem junge Familien das Baukindergeld nutzen. Ein Drittel der Antragsteller hat Kinder im Alter von unter zwei Jahren. Zwei Drittel der Familien hat Kinder im Vorschulalter. So oder so erhält eine Familie pro Kind und Jahr 1.200 Euro Baukindergeld über einen Zeitraum von 10 Jahren hinweg. Das bedeutet also 12.000 Euro Förderung pro Kind. Um das Baukindergeld zu bekommen, darf das Haushaltseinkommen maximal 90.000 Euro betragen, bei zwei Kindern 105.000 und bei drei Kindern 120.000 Euro.

Diese relativ hohen Einkommensgrenzen hatten Kritiker argwöhnen lassen, das Baukindergeld würde vor allem von Familien mitgenommen werden, die es eigentlich gar nicht nötig hätten. Doch diese Befürchtungen bewahrheiten sich offensichtlich nicht. „Das Baukindergeld scheint gut zu funktionieren“, stellt Erik Uwe Amaya fest. Der Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland Westfalen betont: „Wir freuen uns, dass das Baukindergeld da ankommt, wo es ankommen sollte: Bei jungen Familien mit geringem Einkommen. Sie können sich erst dadurch ein Eigenheim leisten, den Mietwohnungsmarkt entlasten und ihre Altersvorsorge stärken.“

Das Baukindergeld kann auch für den Kauf einer Bestandsimmobilie genutzt werden. Das passiert auch recht häufig. Wer das Baukindergeld beantragen will, hat noch bis zum 31. Dezember 2020 Zeit. Bis dahin muss der Bauantrag genehmigt oder – beim Kauf im Bestand – der Kaufvertrag unterschrieben sein. Hier können Sie alle Informationen zu den Antragsformalitäten beim Baukindergeld nachlesen.

 

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