Lohnt sich eine Solaranlage auf meinem Dach? Neues Tool für Eigentümer

Für eine regenerative Energieversorgung ohne zusätzlichen Flächenverbrauch bietet sich die Nutzung von Solarzellen auf Dächern an. Experten sehen dabei in NRW noch sehr große Potentiale brach liegen. Doch bislang war für Hauseigentümer kaum abzuschätzen, ob sich eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach lohnt. Eine kostenlose Onlineanwendung macht das jetzt möglich.

Aachen. In Nordrhein-Westfalen kann sich jetzt jeder Hauseigentümer darüber informieren, ob sich eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach lohnen würde. Möglich macht das ein landesweites Solarkataster, welches die Landesregierung jetzt vorgestellt hat. Das Kataster liefert belastbare Informationen über die zu erwartende Energieausbeute und die erzielbaren finanziellen Erträge einer Solaranlage für alle Dächer in NRW. Eigentümer können die Informationen über eine Onlineanwendung einsehen.

In der Anwendung lassen sich auch mögliche Stromspeicher und Elektroautos des Haushalts mit in die Kalkulation einbeziehen. Neben der Berechnung für das konkrete Dach gibt es auch Planungshinweise für die Umsetzung einer Photovoltaik-Anlage. Zu erreichen ist das Tool über die Website www.solarkataster.nrw.de. Es ist kostenlos und soll neben Wohneigentümern und Wohnungsbaugesellschaften auch Eigentümern von Gewerbeimmobilien helfen. Das Solarkataster wird jeden Monat aktualisiert.

Solarkataster zeigt großes Potential für Solarstrom in NRW

Ein Blick ins Kataster könnte sich für viele Eigentümer lohnen, denn insgesamt haben die Fachleute für Nordrhein-Westfalen ein erhebliches Potential für die Dach-Photovoltaik festgestellt. Mit Solaranlagen auf Dächern könnten in NRW etwa 68 Terawattstunden Strom im Jahr erzeugt werden – zurzeit sind es tatsächlich aber nur 3,9. Bislang sind also viele Dächer für eine Solaranlage gut geeignet, aber noch nicht damit ausgerüstet.

Zu diesem Ergebnis kommt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), welches das Solarkataster erstellt hat. Nur 2,8 Prozent des Stromverbrauchs im Land wird demnach aktuell von PV-Anlagen gedeckt. Beim LANUV hat man ausgerechnet, dass sich an Rhein und Ruhr 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen ließen, wenn alle Potentiale für Solaranlagen genutzt würden. Damit könnte das Land seinen Ausstoß von Treibhausgasen um rund 10 Prozent verringern.

 

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