NRW fördert Breitbandausbau auf dem Land mit 60 Millionen

Auf dem Land ist von Digitalisierung vielerorts noch nichts zu spüren. Langsames Internet macht das Wohnen dort unattraktiv und treibt gerade jüngere Menschen in die Städte. Das Land Nordrhein-Westfalen steuert gegen und fördert den Breitbandausbau auf dem Land mit Millionensummen. In den ersten Monaten dieses Jahres sind schon 40 Förderanträge bewilligt worden.

Düsseldorf. Das Land NRW hat im ersten Quartal dieses Jahres 60,8 Millionen Euro Fördergeld für den Breitbandausbau auf dem Land bewilligt. Die Mittel ermöglichen 40 Projekte in elf Kommunen. Das hat das für die ländliche Entwicklung zuständige Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz gestern (24. April 2018) mitgeteilt. „Beim Ausbau der Breitbandversorgung dürfen wir uns aber nicht nur auf die Unternehmen konzentrieren, wir müssen auch die im ländlichen Raum lebenden und arbeitenden Menschen in den Blick nehmen. Sie dürfen nicht digital abgehängt werden“, sagte Ministerin Christina Schulze Föcking (CDU).

Die speziell auf die Bedürfnisse des ländlichen Raumes zugeschnittene Breitbandförderung ist Teil des Programms „Ländlicher Raum 2014-2020“. Haus & Grund Rheinland lobte das Engagement der Landesregierung für eine Verbesserung der digitalen Infrastruktur auf dem Land ausdrücklich. „Es kann nicht jeder in die Großstadt ziehen – dort fehlt es schlicht an Bauland. Zur Lösung der Wohnungsknappheit in den Ballungsräumen gehört deshalb eine Verbesserung der Lebensqualität auf dem Land“, sagte Verbandsdirektor Erik Uwe Amaya. „Dafür ist schnelles Internet unerlässlich.“

Der Vorsitzende von Haus & Grund Rheinland, Prof. Dr. Peter Rasche, wies darauf hin, dass es auf dem Land heute oft gar nicht mehr so einfach sei, ein Haus zu verkaufen oder eine Wohnung zu vermieten, weil die Nachfrage fehlt. Das bedrohe langfristig die Existenz der Eigentümer. „Breitbandanschlüsse machen das Landleben wieder attraktiver und tragen damit zu einem Werterhalt von Immobilien auf dem Land bei“, lobte Rasche die staatliche Förderung.

NRW will Förderung noch ausweiten – mit weiteren EU-Geldern

Mit dem Förderprogramm reagiert das Land auf eine Schwierigkeit, vor der viele Kommunen im ländlichen Raum stehen: In kleinen Ortschaften rechnet es sich für die privatwirtschaftlichen Telekommunikationskonzerne nicht, Breitbandkabelnetze aufzubauen. Deswegen würden diese Orte ohne Breitbandanschlüsse bleiben, wenn es keine öffentliche Förderung gäbe. Bis zu 4 Millionen Euro stellt das Land für jedes Projekt zur Verfügung. Der Regelfördersatz soll bei 90 Prozent liegen.

Das Land bezahlt die Förderung zum Teil aus Landesmitteln – Stichwort „Digitale Dividende II“. Hinzu kommen Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, kurz ELER. Ministerin Schulze Föcking möchte die Förderung möglichst noch ausweiten: „Um zukünftig noch mehr Kommunen beim Breitbandausbau unterstützen zu können, stellen wir gerade die Weichen dafür, dass wir kurzfristig weitere ELER-Mittel für den Breitbandausbau im ländlichen Raum bereitstellen können.“

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