NRW-Regierung will mehr Bauland an der Schiene entwickeln

In den Großstädten Nordrhein-Westfalens ist Bauland Mangelware. Mehr Wohnraum muss deswegen auch im Umland geschaffen werden. Damit verstärken sich aber die Pendlerströme – es droht noch mehr Stau. Weite Wege in die Stadt pendeln und dabei lange im Stau stehen? Das macht das Wohnen in Randlage nicht gerade attraktiv. Die Landesregierung will daher gezielt an Bahnstationen bauen.

Düsseldorf. Die NRW-Landesregierung will den Wohnungsbau an den Schienensträngen im Land forcieren. Dazu möchte das Land gezielt Baugrund im Einzugsbereich der Bahnhaltestellen entwickeln. Dieses Vorhaben war bereits kurz nach dem Regierungswechsel bekannt geworden – wir berichteten. Jetzt hat die Landesregierung sich tatsächlich an die Umsetzung gemacht und die Initiative „Bauland an der Schiene“ beschlossen.

Das geht aus einer Mitteilung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung hervor, die Haus & Grund Rheinland vorliegt. Darin erläutert NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) die Idee hinter der Initiative so: „Das wirkt vor allem in den überhitzten Wohnungsmärkten der Ballungsregionen, die wir damit entlasten. Unser Augenmerk gilt allen Haltepunkten an den Bahnlinien, die aus den Ballungsregionen ins Umland führen.“

Bauland an der Bahn: Umgebung aller Haltestellen wird abgesucht

Die Ministerin erklärte, man scheue bei dem Vorhaben keinen Aufwand: Der Umkreis jedes Bahn-Haltepunktes werde systematisch nach möglichen Baugrundstücken abgesucht. „Dies machen wir im kleinsten Raster, Fläche für Fläche, gemeinsam mit den Kommunen, den Bezirksregierungen und weiteren beteiligten Behörden. Die Frage wird jeweils konkret sein, ob und wie man diese Fläche entwickeln kann und was die Gesprächspartner dazu beitragen können.“

Auch die Deutsche Bahn AG und das Landesverkehrsministerium sind in das Programm einbezogen. Durch den Neubau direkt an der Schiene soll der außerhalb der Großstädte entstehende Wohnraum dank kurzer Pendelzeiten attraktiv bleiben und zugleich weitere Staus auf den Straßen vermieden werden. Außerdem soll der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) stärker ausgelastet und dadurch am Ende auch wirtschaftlicher sein, erklärte Bau-Staatssekretär Dr. Jan Heinisch (CDU).

In einem ersten Schritt will die Landesregierung mit den betroffenen Kommunen, Verkehrsverbünden und weiteren Behörden „Baulandgespräche“ zu den einzelnen Haltestellen abhalten. Je nach Ergebnis dieser Gespräche will man dann integrierte Rahmenplanungen für die als geeignet identifizierten Standorte entwickeln.

 

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