Schutz vor Starkregen: Neue Praxishilfe für Eigentümer erschienen

Aktuell müssen Hauseigentümer nur Schnee schippen. Für ihre Gebäude ist das Wetter im Augenblick in NRW nicht gefährlich – aber das kann sich schnell ändern. Extreme Wetterlagen nehmen zu: Selbst im Dürrejahr 2018 sorgte Starkregen in Deutschland für eine halbe Milliarde Euro Sachschaden. Ein neuer Praxis-Leitfaden hilft Eigentümern jetzt, ihr Haus besser vor Wassermassen zu schützen.

Bonn/Düsseldorf. Unwetter haben im Jahr 2018 in Deutschland Milliardenschäden angerichtet. Versicherungen mussten insgesamt 2,7 Milliarden Euro ausgeben, um Schäden durch Starkregen, Hagel und Sturm zu regulieren. Das war noch etwas mehr als der Durchschnittswert der letzten 15 Jahre, der bei 2,6 Milliarden liegt. Diese Zahlen hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ermittelt. Sie umfassen Schäden an Häusern und Hausrat sowie an Gewerbeimmobilien – nicht mitgezählt sind beschädigte Kraftfahrzeuge.

Interessant: Allein eine halbe Milliarde Euro Sachschaden entstand durch Starkregen – und das, obwohl 2018 ein außergewöhnlich trockenes Jahr mit monatelanger Dürreperiode war. Doch lokal begrenzte Einzelereignisse sorgten beispielsweise in Wuppertal in kürzester Zeit für massive Verwüstungen durch Sturzfluten. Extremwetter wird durch den Klimawandel immer häufiger und kann enorme Schäden verursachen.

Hauseigentümer: Versicherungsschutz prüfen und Gebäude besser schützen

Während nach Angaben des GDV 93 Prozent der Hauseigentümer gegen Sturm- und Hagelschäden versichert sind, deckt der Schutz nur bei 41 Prozent der Eigentümer auch Starkregen und Hochwasser ab. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels sollten Eigentümer überlegen, ob eine Anpassung ihres Versicherungsschutzes sinnvoll ist. Allerdings ist ein guter Versicherungsschutz für Immobilieneigentümer nur eine Seite der Anpassung an die Klimaveränderungen.

Auch baulich lässt sich vieles tun, um den Schutz zu verbessern. Hierfür gibt es jetzt eine neue Hilfestellung: Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat eine umfangreiche Praxishilfe für Hausbesitzer veröffentlicht. Darin finden sich Checklisten, mit deren Hilfe sich die eigene Immobilie auf ihre Gefahrenpotenziale bei Starkregen hin prüfen lässt. Außerdem gibt das BBSR in der Broschüre Tipps, wie ein Gebäude besser vor extremen Regenereignissen geschützt werden kann.

Starkregen kann jeden treffen: Tipps für Schutzmaßnahmen

„Sturzfluten können jeden treffen und für Hausbesitzer sehr teuer werden“, sagte der stellvertretende Leiter des BBSR Robert Kaltenbrunner gemäß einer Pressemitteilung. „Eine effektive bauliche Vorsorge ist deshalb besonders wichtig. Schon kleinere, kostengünstige Maßnahmen bewirken häufig sehr viel.“ Beispielsweise kann eine zusätzliche Schwelle oder Stufe oder auch eine kleine Überdachung eine tiefgelegene Tür besser vor eindringendem Wasser schützen.

In manchen Fällen macht auch ein druckdichtes Fenster Sinn – oder es muss eine Rückstausicherung im Abwasserrohr nachgerüstet werden. Die Praxishilfe informiert nicht nur über solche größeren und kleineren bauliche Maßnahmen zum besseren Schutz, sondern auch über das richtige Verhalten im Ernstfall. Hier können Sie die Praxishilfe „Leitfaden Starkregen“ kostenlos herunterladen. Bei Bedarf können Mitglieder von Haus & Grund einen kostengünstigen Versicherungsschutz über unseren Kooperationspartner GET-Service bekommen.

 

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