Unabhängigkeit der Energieberatung des Bundes wird ausgehöhlt

Die aktuelle Bundesregierung ist nur noch kommissarisch im Amt. Trotzdem hat sie noch eine wichtige Änderung im Bereich der Energieberatung beschlossen. Künftig dürfen auch Handwerker beraten – obwohl sie ein wirtschaftliches Interesse daran haben, bestimmte Maßnahmen zu verkaufen. Haus & Grund Deutschland übt scharfe Kritik an Vorgehen des SPD-geführten Bundeswirtschaftsministeriums.

Berlin. Der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland übt scharfe Kritik an den jüngst veröffentlichten Änderungen bei der Energieberatung des Bundes. „Künftig dürfen auch Handwerker, die in ihrem Beruf tätig sind, sowie Energieversorger staatlich geförderte Energieberatung durchführen. Diese Personengruppen haben ein wirtschaftliches Interesse an der Energieberatung. Die Idee einer unabhängigen Beratung wird damit komplett ausgehöhlt“, kritisierte Verbandspräsident Kai Warnecke in Berlin.

Die Tatsache, dass der Energieberater eine Selbsterklärung unterzeichnen muss, in der er bestätigt, seine Kunden hersteller-, anbieter-, produkt- und vertriebsneutral zu beraten, sei reine Makulatur. Hintergrund der am 1. Dezember in Kraft tretenden Richtlinie sind die seit Jahren rückläufigen Zahlen der vom Bund geförderten Vor-Ort-Beratungen.

Energieberatung wird schlechter – zu Lasten der Verbraucher

„Durch die Öffnung der Zulassungsvoraussetzungen werden die Zahlen der Berater und die der Beratungen steigen. Das ist ein statistischer Erfolg, den die Regierung dann als Beleg für ihr klimapolitisches Engagement verkaufen wird. Das geht zulasten der Qualität der Beratung und damit der Verbraucher“, erläuterte Warnecke. Die Neuregelung der Energieberatung wird vom SPD-geführten Bundeswirtschaftsministerium verantwortet.

„Dass die SPD damit buchstäblich in letzter Minute als Teil der geschäftsführenden Regierung eine Richtlinie durchdrückt, von der vorrangig ihre Klientel profitiert, hat nicht nur einen unangenehmen Beigeschmack, es ist eine Frechheit“, so der Haus & Grund-Präsident. Die neue Regierung starte damit gleich mit einer Altlast sowie der Pflicht, umgehend nachzubessern und die Unabhängigkeit der Energieberatung zu sichern.

 

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