Vermieten an Studenten: Was sollten Vermieter beachten?

In Kürze starten die Hochschulen ins Sommersemester. Für viele Studierende geht es zum neuen Semester in eine neue Wohnung, oft eine Wohngemeinschaft. Mietrechtlich gibt es dabei einiges zu beachten. Wir informieren Vermieter darüber, welche Möglichkeiten es gibt, ein Mietverhältnis mit einer WG zu gestalten, welche Rechte Vermieter haben und was sie beachten sollten.

Aachen. Für die Vermietung an eine Wohngemeinschaft (WG) gibt es grundsätzlich zwei Modelle. „Möglich ist, dass es einen Hauptmieter gibt, der die Wohnung allein anmietet. Er schließt dann mit allen Mitbewohnern je einen Untermietvertrag ab“, erklärt Prof. Dr. Peter Rasche, Vorsitzendern von Haus & Grund Aachen. „Alternativ können auch mehrere Mieter die Wohnung gemeinsam mieten. Das heißt sie unterschreiben alle gemeinsam den Mietvertrag. Sie können dann allerdings auch nur gemeinsam kündigen.“

Rechtlich behält der Vermieter in jedem Fall die Kontrolle darüber, wer in der Wohnung lebt. „Der Hauptmieter muss vom Vermieter die Zustimmung einholen, die Wohnung untervermieten zu dürfen“, betont Tobias Hundeshagen, Geschäftsführer von Haus & Grund Aachen. „Wenn eine Überbelegung entstehen würde, kann der Vermieter auch nein sagen.“

Was Vermieter beim Wechsel von Mitbewohnern wissen müssen

Bei einem späteren Wechsel eines Mitbewohners liegt das letzte Wort ebenfalls beim Vermieter. Er muss die Untervermietung zwar nicht erneut genehmigen, aber über den neuen Mitbewohner informiert werden: „Wenn ein wichtiger Grund in der Person des neuen Mieters dagegen spricht, kann der Vermieter den neuen Mitbewohner ablehnen. Ein möglicher Grund ist beispielsweise mangelnde Bonität oder Solvenz“, berichtet Hundeshagen aus einem Urteil des Landgerichts Berlin (vom 09.01.2017, Az.: 18 S 112/16).

Gerade bei Studierenden verfügt der Hauptmieter oftmals nicht über große finanzielle Rücklagen – zahlt ein Untermieter nicht, kann die Miete schnell ausbleiben. „Wenn der Hauptmieter den Mietvertrag kündigt, muss die gesamte WG ausziehen oder einer der bisherigen Untermieter schließt als neuer Hauptmieter einen neuen Mietvertrag für die Wohnung ab“, stellt Hundeshagen fest. „Dabei sollte der Vermieter dann aber auf die Bonität des neuen Hauptmieters achten.“ Weitergehende juristische Beratung finden Vermieter als Mitglied in unserem Verein.

Hinweis: Entscheidungen der Rechtsprechung sind sehr komplex. Eigene juristische Bewertungen ohne fachkundige Kenntnis sind daher nicht empfehlenswert. Ob dieses Urteil auch auf Ihren Sachverhalt Anwendung findet, kann ein Rechtsberater Ihres Haus & Grund-Ortsvereins mit Ihnen als Mitglied erörtern. Die rechtsanwaltliche Beratung durch Ihren Ortsverein ist in der Regel in der Mitgliedschaft enthalten, es fallen keine anwaltlichen Gebühren an.

 

 

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