Weniger Wohnungseinbruch: Täter immer öfter erfolglos

Die hohen Zahlen beim Wohnungseinbruch haben in den letzten Jahren vielen Hauseigentümern, Vermietern und Wohnungseigentümern Sorgen bereitet. Deren verstärkte Investitionen in den Einbruchschutz zahlen sich aber offenbar aus: Der Anteil der fehlgeschlagenen Einbrüche ist letztes Jahr erneut gestiegen. Dennoch bleibt in Sachen Einbruchdiebstahl einiges zu tun.

Düsseldorf. Einbrecher haben im Jahr 2017 in Nordrhein-Westfalen seltener zugeschlagen als im Vorjahr. Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank von rund 52.500 auf gut 39.000 Fälle – das entspricht einem Rückgang um 25,7 Prozent. Das geht aus der neuen Kriminalstatistik hervor, die NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) gestern vorgestellt hat.

Zugleich musste Reul allerdings einräumen, dass die Aufklärungsquote trotz  Verbesserungen nach wie vor schlecht ist. Nur 16,7 Prozent der Einbrüche konnte die Polizei aufklären. Damit hat sich die Quote zwar auf den besten Wert seit 40 Jahren verbessert, ist jedoch immer „noch nicht zufriedenstellend“, wie der Minister laut einer Pressemitteilung seines Ministeriums bei der Vorstellung der Zahlen sagte. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 klärte die Polizei 16,2 Prozent der Einbrüche auf, 2015 waren es 13,8 Prozent.

Mehr als 105 Millionen Euro Schaden

Zu bedenken ist außerdem, dass die Zahlen für Wohnungseinbruch nur einen Teil der Einbruchskriminalität insgesamt darstellen. Einbrüche in Kellerräume, Waschküchen oder auf Dachböden erfasst die Statistik getrennt. Mit mehr als 19.800 Fällen ist diese Art von Einbruchdiebstählen kein seltenes Phänomen. Die Aufklärungsquote ist mit 6,4 Prozent ganz besonders gering. Gleichwohl ist der angerichtete Schaden mit guten 7,9 Millionen Euro deutlich niedriger als beim Einbruch in die Wohnung.

Der Schaden durch Wohnungseinbrüche ist nämlich weiterhin ganz erheblich: 105,3 Millionen Euro waren es in NRW im vergangenen Jahr. Diese Zahl berücksichtigt dabei ausschließlich die Fälle, in denen ein Einbruch wirklich vollendet wurde. Und das sind gar nicht mal so viele: Im Jahr 2017 sind 46,3 Prozent der Einbrüche schon im Versuch stecken geblieben. Die Täter gelangten entweder gar nicht in die Wohnung, oder sie stahlen nichts – etwa, weil sie gestört wurden.

Besserer Einbruchschutz zeigt Wirkung

Damit hält der seit Jahren ungebrochene Trend weiter an, dass Einbrecher immer öfter erfolglos sind. Im Jahr 2016 scheiterten 45,5 Prozent der Einbruchsversuche, 2012 waren es noch 40,1 Prozent gewesen. Die Ursache liegt auf der Hand: Immer mehr Eigentümer investieren in einen verbesserten Einbruchschutz. Dabei können sie auch auf staatliche Fördermittel zurückgreifen. Die gibt es wie berichtet inzwischen sogar schon für kleine, preisgünstige Maßnahmen – denn auch einfache Nachrüstungen der Wohnung können den Schutz deutlich verbessern.

Wie man den Einbruchschutz verbessern kann und welche Finanzierungsmodelle bei einer vermieteten Wohnung in Frage kommen? Darüber liefert das Info-Blatt von Haus & Grund nähere Informationen. Außerdem gibt es von Haus & Grund Rheinland einen Ratgeber zum Thema Einbruchschutz. Das Buch ist über den Haus & Grund Verlag und Service GmbH erhältlich. Mitglieder finden zudem Beratung in unserer Geschäftsstelle.

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