Wohneigentum bleibt für viele Deutsche ein Traum

Viele Deutsche würden gerne im Eigentum wohnen – glauben aber nicht daran, sich das jemals leisten zu können. Zu diesem Ergebnis ist jetzt die Studie einer großen Bank gekommen. Die Untersuchung arbeitet auch die Gründe dafür heraus, warum Deutschland nach wie vor mehrheitlich ein Land von Mietern ist.

Frankfurt. Eigenheimbesitzer sind mit ihrer Wohnsituation zufriedener als Mieter. Jeder zweite Mieter – genau 51 Prozent – würde lieber im Eigentum wohnen. Nur 10 Prozent der Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung könnten sich vorstellen, wieder zur Miete zu wohnen. Zu diesen Ergebnissen ist jetzt eine Untersuchung der Bank ING DiBa gekommen. Laut der Untersuchung gehen 57,7 Prozent der Befragten in Deutschland davon aus, dass jeder ein Eigenheim kaufen würde, wenn er es sich denn leisten könnte.

Zugleich zeigten die Daten der Befragung aber auch: Für viele Menschen bleibt der Traum vom Eigenheim unerfüllbar. Denn 56 Prozent der befragten Mieter gehen davon aus, dass sie sich nie ein Wohneigentum werden leisten können. Das ist laut den Autoren der Studie auch im europäischen Vergleich ein besonders pessimistischer Wert. Nur in Großbritannien ist diese Einschätzung noch ein kleines bisschen weiter verbreitet. Der europäische Durchschnitt liegt deutlich unter 50 Prozent. Die Macher der Studie hatten für die Erhebung nach eigenen Angaben fast 13.000 Menschen in 13 Ländern Europas befragt.

Wohneigentumsquote in Deutschland gering

Tatsächlich gehört Deutschland im europäischen Vergleich zu den Schlusslichtern bei der Wohneigentumsquote. Aktuell verfügbare Zahlen gehen davon aus, dass um die 45 Prozent der Deutschen im Eigenheim leben. Spanien kommt dagegen auf 83 Prozent, Italien auf 69 – Deutschland steht mit seinem Wert seit Jahren immer auf einem der letzten Plätze. Wie berichtet ist die Eigentumsquote bei jungen Menschen in Deutschland zuletzt sogar rückläufig gewesen.

Die Bank sieht den Grund in den hohen Kaufnebenkosten in Deutschland. Sie machten es unattraktiv, ein Eigenheim oft zu wechseln. Wer also etwa aus beruflichen Gründen öfter mal mit einem Umzug rechnen muss, investiert lieber nicht in Wohneigentum. „Das ist das Eine“, meint Prof. Dr. Peter Rasche. Der Vorsitzende von Haus & Grund Rheinland ergänzt: „Die hohen Kaufnebenkosten, insbesondere die Grunderwerbsteuer, müssen aus dem Eigenkapital aufgebracht werden. Das können gerade junge Menschen oftmals einfach nicht stemmen.“

Insofern sei es begrüßenswert, dass die neue NRW-Landesregierung mit einem Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer den Weg ins Eigenheim erleichtern möchte. Dazu muss das Land allerdings zuerst eine Änderung des entsprechenden Bundesgesetzes abwarten. Den Anstoß hat Nordrhein-Westfalen bereits mit einer Bundesratsinitiative gegeben. „Wir hoffen, dass der Bund hier bald handelt. Bevor es eine neue Bundesregierung gibt, ist damit aber nicht zu rechnen“, sagt Erik Uwe Amaya zum Stand der Dinge. Der Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland bleibt bei der Sache aber am Ball: „Wenn sich hier etwas tut, erfahren unsere Mitglieder das natürlich sofort im Verbandsmagazin!“

Das Verbandsmagazin erhalten unsere Mitglieder im Rahmen der Mitgliedschaft kostenlos monatlich direkt nach Hause.

Für Nicht-Mitglieder und Interessierte steht das Verbandsmagazin gerne im Abonnement zur Verfügung, kontaktieren Sie hierzu einfach unsere Geschäftsstelle.

 

zurück zum News-Archiv