Beim Sanieren nicht die Elektroinstallationen vergessen!

In Altbauten ist die vorhandene Elektroinstallation dem technischen Fortschritt oft nicht mehr gewachsen. Immer mehr Elektrogeräte hängen mit Mehrfachsteckern an den wenigen Steckdosen, die vor Jahrzehnten eingebaut wurden. Die Leitungen dahinter entsprechen nicht mehr modernen Standards. Wer sein Haus saniert, der darf daher auch die Erneuerung der Elektroinstallation nicht vergessen.

Berlin. Fast elf Millionen Wohnungen in Deutschland sind laut dem Statistischen Bundesamt vor 1949 errichtet worden, weitere 17 Millionen vor 1978. In vielen Altbauten ist die Elektroinstallation noch niemals rundum erneuert worden und hat einen völlig veralteten Standard. Beim Bau galten noch andere Sicherheitsbestimmungen und Vorschriften für die Elektroinstallation, die mittlerweile längst überholt sind. Kurzum: Im Zuge von Sanierungen muss die Elektrik überprüft und erneuert werden.

Jede veraltete Elektroinstallation ist eine Gefahrenquelle: Fehlende Stromkreise und Sicherheitseinrichtungen oder verschlissene Leitungen stellen Sicherheitsrisiken dar. Hinzu kommt, dass früher pro Zimmer zwei bis drei Steckdosen für die vorhandenen Elektrogeräte ausreichten. Heute sind zumeist mehrere Fernseher, Soundanlagen, Computer, Drucker, viele Küchengeräte und diverse Ladegeräte im Einsatz.

An fast jeder Steckdose hängt eine Mehrfachsteckdosenleiste, um das Heer an Elektrogeräten zu versorgen. Es hängen also viele Geräte an einem Stromkreis, der damit schnell überlastet wird. In der Regel schaltet dann die Sicherung (Leitungsschutzschalter) ab. Entfällt die Abschaltung, können die Leitungen überhitzen. Schwachstellen sind dabei auch oft die Mehrfachsteckdosen. Es entsteht Wärme, oder Kontakte beginnen zu schmoren – mit der Folge von potenziellen Kabel- und letztlich Wohnungsbränden.

Spätestens nach 40 Jahren sanierungsbedürftig

„Bei Sanierungsvorhaben sollten Bauherrinnen und -herren auf keinen Fall die Elektroinstallation vergessen; alles, was älter als 40 Jahre ist, ist sanierungsbedürftig“, weiß Andreas Habermehl vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). „Hier bedeutet Sanieren nicht nur, die Anlage auf den neusten Stand der Technik zu bringen. Sanieren ist in dem Fall auch eine Vorsorge, um die Energieeffizienz im Gebäude langfristig zu verbessern und die Energiekosten so gering wie möglich zu halten.

Dafür bedarf es einer sorgfältigen Planung, die auch zukünftige Anforderungen und Wünsche einschließt – damit nicht kurze Zeit später schon die nächste Sanierung fällig wird“, führt Habermehl weiter aus. Diese Planung nehmen Sanierungswillige am besten gemeinsam mit einem Innungsfachbetrieb vor: Was soll die Elektroinstallation leisten können? Welche Veränderungen in der Lebenssituation sind absehbar? Soll das Haus über kurz oder lang immer smarter werden? Gibt es Überlegungen, ein E-Auto anzuschaffen?

Tipp: Der E-Check

Möchte man im Alter noch möglichst lange selbstbestimmt im Haus wohnen und dann gegebenenfalls Systeme für altersgerechtes Wohnen nutzen? All das sollte in die Planung einfließen – denn ist eine Sanierung erst einmal abgeschlossen, sind nachträgliche Umbauten zeit-, ressourcen- und kostenaufwendig. Besonders nachhaltig wird die elektrische Anlage durch den Einbau von leeren Elektroinstallationsrohren, damit auch Jahre später noch unkompliziert zusätzliche Leitungen verlegt werden können, ohne Wände aufstemmen zu müssen.

Um zum Beispiel bei einem Haus- oder Wohnungskauf den Sanierungsbedarf der Elektroinstallation festzustellen, bietet sich der sogenannte E-Check an. Dabei prüft eine Elektrofachkraft, ob die elektrischen Anlagen und Geräte im Haus den geltenden Normen und Sicherheitsaspekten genügen. Darüber hinaus gibt der E-Check Aufschluss über Energieeinsparpotenziale, und die Fachkraft berät zu möglichen smarten Anwendungen, die das Haus sicherer machen und den Wohnkomfort steigern.

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