Bilanz für NRW 2020: Mehr Sozialwohnungen gefördert

Beim öffentlich geförderten Wohnungsbau sieht sich die NRW-Landesregierung auf dem richtigen Weg: Trotz Pandemie konnten im letzten Jahr mehr neue Wohnungen gefördert werden. Die Fördermittel wurden stärker abgerufen als in den Vorjahren. Während die Eigentumsförderung pandemiebedingt schwächelte, gab es im Mietwohnungsbau ein deutliches Plus.

Aachen. Die öffentliche Wohnraumförderung hat in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr insgesamt 1,037 Milliarden Euro an Fördermitteln bewilligt. Das ist ein Plus von 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit hat sich der Mittelabfluss weiter verbessert: Seit Jahren stehen jedes Jahr 1,1 Milliarden Euro für die öffentliche Wohnraumförderung zur Verfügung, 2019 wurden davon 937,8 Millionen Euro abgerufen, 2018 waren es noch 923,4 Millionen gewesen.

Das geht aus der Jahresbilanz der öffentlichen Wohnraumförderung hervor, die NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) letzte Woche (4. Februar 2021) vorgelegt hat. Von den bewilligten Mitteln werden 8.603 Wohneinheiten gebaut, auch das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr, als es noch 8.513 neue Wohnungen waren. Es entspricht einem Zuwachs um 1,1 Prozent. Ursache sind vor allem der Mietwohnungsbau und die Modernisierungsförderung.

Wegen Corona: Eigentumsförderung schwächelt

Die Zahl der öffentlich geförderten Mietwohnungen und Wohnheime legte nämlich um 128 Wohneinheiten auf 5.591 Wohnungen zu. Außerdem erhielten 2.537 Wohneinheiten öffentliche Fördermittel für ihre Modernisierung – dabei ging es um energetische Modernisierung und den Abbau von Barrieren. Das sind 10,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Nur die Eigentumsförderung tat sich schwer: Die Zahl der geförderten Projekte sank um 37 Prozent auf nur noch 475.

Hintergrund dürfte hier die Corona-Pandemie sein: Angesichts der schwierigen Lage und der unsicheren Zukunftsaussichten nahmen deutlich weniger Privatleute den Bau eines Eigenheims in Angriff als zuvor. In den letzten Jahren hatte sich die Eigentumsförderung dank angepasster Konditionen wieder großer Beliebtheit erfreut. Dass insgesamt mit 10,6 Prozent mehr Geld lediglich 1,1 Prozent mehr geförderte Wohnungen gebaut werden können, liegt an den stark gestiegenen Baukosten und Grundstückspreisen.

Initiativen für mehr Bauland und gegen steigende Baukosten

Dem schaut die NRW-Landesregierung allerdings nicht tatenlos zu. Wie berichtet unterstützt sie die Kommunen im Land aktiv dabei, mehr Bauland für den Wohnungsbau auszuweisen. In 100 Baulandgesprächen mit den Städten und Gemeinden konnten rund 5.700 Hektar potenzielles Wohnbauland identifiziert werden. Zu dessen Nutzung hat das Land bereits die Förderung von 162 Rahmenplanungen und Strukturkonzepten zugesagt.

Zugleich wurden mit der neuen Bauordnung, die am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, zahlreiche von der Vorgängerregierung beschlossene Neuregelungen verhindert, welche zu steigenden Baukosten geführt hätten. Eine Baukostensenkungskommission identifiziert fortlaufend weiter Faktoren, welche die Baukosten erhöhen. In der aktuell laufenden Überarbeitung der Bauordnung wird es daher zu weiteren Anpassungen kommen (wir berichteten).

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