Brachflächen zu Bauland: NRW greift 20 Kommunen unter die Arme

Neubau ist die einzige Medizin gegen angespannte Wohnungsmärkte. Dafür braucht es jedoch Baugrundstücke – und die sind gerade in nachgefragten Städten oft kaum zu finden. Stattdessen gibt es vielfach Brachflächen, bei denen unterschiedlichste widrige Umstände eine Bebauung verhindern. Das Land hilft Kommunen und Eigentümern gezielt dabei, diese Flächen als Bauland zu aktivieren.

Düsseldorf/Aachen. Das Land NRW unterstützt 20 weitere Kommunen dabei, Brachflächen zu Bauland zu entwickeln. Von der Initiative Bau.Land.Partner profitieren künftig auch die Städte Bedburg, Bergheim, Borken, Düsseldorf, Gronau, Hagen, Kamen, Lüdenscheid, Nottuln, Rheine, Rosendahl, Schmallenberg, Siegen, Steinfurt, Velbert, Viersen, Warburg, Warstein, Westerkappeln und Windeck. Dabei geht es um Flächen von insgesamt 265 Hektar und mehr als 300 Eigentümern.

Das hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung jetzt bekannt gegeben. Damit wächst der Wirkungskreis der Initiative immer weiter. Es umfasst bereits 88 Städte und Gemeinden und kümmert sich um 275 Brachflächen mit einer Fläche von insgesamt rund 1.600 Hektar. Gut die Hälfte davon – 836 Hektar – sollen zu Bauland für den Wohnungsbau werden. Dazu gilt es jeweils, die Interessen der Eigentümer zu klären, planungsrechtliche Möglichkeiten auszuloten und wirtschaftliche Aspekte einer neuen Nutzung zu untersuchen.

Brachflächen entwickeln: Land hilft Kommunen

Viel Aufwand, der so manche Kommune an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit bringt. Daher unterstützt das Land die betroffenen Kommunen mit Personal und Fachwissen dabei, die Brachflächen im Dialog mit den Grundstückseigentümern für neue Nutzungen zu aktivieren. „Von der Restrukturierung von Gewerbegebieten für neue Nutzungen bis hin zu ehemals industriell geprägten Flächen für den Wohnungsbau. Mit der Initiative Bau.Land.Partner wollen wir helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen“, sagt Ministerin Ina Scharrenbach (CDU).

Die Herausforderungen können im Einzelnen sehr unterschiedlich sein. Bei einigen Brachflächen stehen schwierige Eigentumsverhältnisse – etwa Erbengemeinschaften – neuen Plänen im Weg. Andere Grundstücke sind durch äußere Faktoren wie beispielsweise eine Hochspannungsleitung beeinträchtigt. Gerade bei alten Industriegeländen können zudem Altlasten im Boden vorhanden sein, entsprechende Untersuchungen und mögliche Sanierungen müssen finanziert werden. Das Land hilft den Beteiligten vor Ort, solche Hindernisse zu überwinden.

Bei speziellen Problemflächen hilft das Land jetzt auch finanziell

Es gibt allerdings auch Flächen, bei denen nicht zu erwarten ist, dass sie sich am Ende rentierlich verkaufen lassen. Hier hat das Land das neue Programm Bau.Land.Partner+ aufgelegt. Darüber finanziert das Land Untersuchungen zu Lärm, Boden und Luft, berechnet die Wirtschaftlichkeit und möglich Entwicklungsszenarien, um eine realistische Entwicklungsperspektive zu finden. „Hier sind wir gerade in der Auswertung, welche Standorte wir aufnehmen werden“, erklärt Ina Scharrenbach.

Der Landesverband Haus & Grund Rheinland Westfalen begrüßt die Anstrengungen des Landes, gemeinsam mit betroffenen Eigentümern Brachflächen zu entwickeln. „Die Verfügbarkeit von Grundstücken ist das Nadelöhr beim Wohnungsbau“, stellt Tobias Hundeshagen fest. Der Geschäftsführer von Haus & Grund Aachen freut sich: „Es ist schön, dass immer mehr Kommunen auf die angebotene Unterstützung des Landes zurückkommen und Brachflächen neues Leben einhauchen wollen.“

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