Bundesweites Ranking: Müllgebühren in NRW besonders teuer

Die Wohnnebenkosten sind eine zunehmende Belastung für Mieter und selbstnutzende Eigentümer in Deutschland. Haus & Grund Rheinland Westfalen hat jetzt eine Studie zur Höhe der Müllgebühren vorgestellt. Das Ranking der 100 größten Städte in Deutschland zeigt riesige regionale Unterschiede bei der Höhe der Müllgebühren auf – in NRW ist es für die Bürger ganz besonders teuer.

Düsseldorf / Aachen. Die Abfallgebühren sind in NRW im bundesweiten Vergleich besonders hoch. Das zeigt das Müllgebührenranking der 100 größten Städte in Deutschland, das der Eigentümerverband Haus & Grund heute (28. Juni 2022) vorgestellt hat. „16 der 20 teuersten Städte liegen in Nordrhein-Westfalen“, stellt Prof. Dr. Peter Rasche ernüchtert fest. Der Vorstandsvorsitzende von Haus und Grund Aachen berichtet: „Unter die Top 20 der günstigsten Städte haben es dagegen nur 5 Kommunen aus NRW geschafft: Essen, Bonn, Bottrop, Ratingen und Gelsenkirchen“. Insgesamt sind unter den 100 Städten im Ranking 36 aus NRW – nur 11 davon landen im Mittelfeld.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat die Studie im Auftrag von Haus & Grund Deutschland erstellt. Zwei Erwachsene und zwei Kinder bilden dabei einen Musterhaushalt, der die vier Müllsorten Restmüll, Biomüll, Sperrmüll und Altpapier produziert. Der Abtransport unterscheidet sich zwischen den Städten im Abfuhrrhythmus und im Servicegrad. Um einen Vergleich in einem Gesamtranking zu ermöglichen, werden für die nicht angebotenen Systemvarianten hypothetische Gebühren approximiert und die Ergebnisse in einem Müllgebührenindex zusammengefasst.

Müllgebühren bundesweit gestiegen

„Die Abfallgebühren sind im Durchschnitt der 100 Städte in den letzten drei Jahren um ca. 8 Prozent auf 312 Euro gestiegen“, berichtete Tobias Hundeshagen, Geschäftsführer von Haus und Grund Aachen. Der NRW-Spitzenreiter ist die Stadt Essen, sie liegt bundesweit auf dem 7. Platz. Bundesweites Schlusslicht ist Leverkusen. Ebenfalls besonders teuer ist die Müllentsorgung in Bergisch Gladbach, Lünen, Moers und Neuss – allesamt landen auf den 5 letzten Plätzen des Rankings in NRW, finden sich bundesweit unter den teuersten 6. „Es fällt auf, dass 20 NRW-Kommunen ihre Platzierung seit dem letzten Ranking 2019 noch verschlechtert haben“, konstatiert Hundeshagen. Besonders stark bergab ging es für Düsseldorf von Platz 58 auf Platz 82 und Münster von Rang 67 auf Rang 81.

„Wir fordern die Kommunen in NRW dazu auf, sich darüber Gedanken zu machen, wie die Gebühren zum Wohle der Bürger gesenkt werden können“, appelliert Hundeshagen. „Die großen Unterschiede zwischen den obersten und den untersten Rängen im Ranking zeigen, wie viel Verbesserungspotential es gibt.“ Die Verantwortung für hohe Gebühren dürfe nicht auf andere Ebenen wie Bund und Land abgeschoben werden. „Komplizierte Gebührenordnungen erschweren es den Bürgern zusätzlich, ihre Abfallkosten zu reduzieren“, ergänzt Prof Rasche. „Die Kommunen sollten hier mehr Transparenz an den Tag legen.“

Das komplette Ranking für NRW können Sie hier herunterladen. Die ganze Studie mit den bundesweiten Zahlen ist hier nachzulesen.

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