Günstigere Angebote: Mieten in Großstädten gehen zurück

Seit Jahren wird über steigende Angebotsmieten geklagt, vor allem in den Großstädten. Auch im gerade erst zu Ende gegangenen Bundestagswahlkampf überboten sich SPD, Linke und Grüne mit neuen Forderungen zur Begrenzung von Mieten. Dabei zeigt ein Blick auf die Fakten: Inzwischen sinken die Angebotsmieten sogar – gerade auch in den Metropolen. Neue Regulierungen sind also unnötig.

Nürnberg/Düsseldorf. Die Angebotsmieten in den deutschen Großstädten gehen zurück. Das berichtet das Immobilienportal „Immowelt“ über die Ergebnisse einer eigenen Auswertung. Demnach sind die Angebotsmieten in Frankfurt am Main im dritten Quartal dieses Jahres um ein Prozent gesunken. Im Schnitt werden in der Bankenmetropole jetzt noch 11,60 Euro pro Quadratmeter verlangt. Es ist der zweite Quartalsrückgang der Mieten in Folge, seit letztem Jahr registrierte Immowelt am Main keinen Anstieg der Angebotsmieten mehr.

Frankfurt ist nach München der zweitteuerste Wohnungsmarkt Deutschlands. Die Stadt liegt mit dem Rückgang der Angebotsmieten im allgemeinen Trend. Auch in Stuttgart sind die Angebotsmieten laut Immowelt im dritten Quartal um rund ein Prozent gefallen. Für die schwäbische Metropole war es bereits das fünfte Quartal in Folge, das sinkende Mieten zeigte. Für einen Durchschnittspreis von 11,07 Euro finden die bekanntermaßen sparsamen Schwaben derzeit Mietangebote im Netz.

Moderate Entwicklung von Mietpreisen auch in NRW

In Hamburg stagnierten die Mieten im abgelaufenen Quartal bei 10,89 Euro, wie Immowelt ermittelt hat. Auch in München verharrten die Angebotsmieten nun schon das zweite Quartal in Folge bei einem Schnitt von 16,50 Euro. Von den 14 untersuchten Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern zeigten sich insgesamt in sechs Fällen stagnierende und in drei Fällen sinkende Angebotsmieten. In diesem Trend liegt auch das Ruhrgebiet: In Essen stagnierten die Angebotsmieten bei 7,60 Euro.

Noch günstiger ist es in Dortmund: Die angebotenen Mieten fielen hier um ein Prozent auf 6,64 Euro. In den Rheinmetropolen Köln und Düsseldorf zeigten sich dagegen noch leichte Preissteigerungen um jeweils zwei Prozent. Mit 10,74 Euro in Köln und 10,66 Euro in Düsseldorf waren die Angebote aber noch immer günstiger als in Frankfurt, Stuttgart, München oder Hamburg. Der Anstieg von zwei Prozent relativiert sich zugleich mit einem Blick auf die Inflationsrate, die aktuell bei rund 4 Prozent liegt.

Entwicklung belegt: Neue regulatorische Eingriffe sind nicht nötig

Vermieter in den NRW-Großstädten können also derzeit bei Neuvermietungen bei weitem keinen Inflationsausgleich mehr realisieren. Einen Sonderfall stellt Berlin dar. Das dort gemessene Plus von 2 Prozent ist durch Sondereffekte nach dem Ende des Mietendeckels begründet. In die Analyse von Immowelt flossen die Angebotsmieten für Dreizimmerwohnungen mit 80 Quadratmetern Wohnfläche ein. Dabei handelte es sich um Bestandswohnungen. Die Macher der Studie wiesen darauf hin, dass für Neubauten jeweils höhere Preise angesetzt werden.

Mit Hinblick auf die Zahlen sagte Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland Westfalen: „Seit Jahren steigen die Mieten in Deutschland weniger stark, als die Nettoeinkommen. Jetzt zeigen sich stagnierende und teilweise sogar sinkende Mieten. Vor diesem Hintergrund sind Rufe nach weiteren Regulierungen wie etwa nach einem bundesweiten Mietendeckel oder manipulierten Mietspiegeln nicht angebracht.“ Er hoffe, dass die Beteiligten der Koalitionsverhandlungen im Bund dieser Situation auch Rechnung tragen würden.

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