In der Heizperiode richtig lüften und Schimmelbildung vermeiden

Es ist kühl geworden in NRW, die Heizperiode hat begonnen. Damit steigt auch wieder die Gefahr der Schimmelbildung in der Wohnung. Ist die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch, kann sie an kühlen Wänden kondensieren und dem Pilz einen Nährboden bieten. Wer ein paar Tipps zum Lüften und Heizen berücksichtigt, kann dem Ärgernis Schimmelbefall aber sehr effektiv vorbeugen.

Düsseldorf. Wohnräume müssen regelmäßig gelüftet werden – das gilt besonders in der Heizperiode. Darauf weist der Eigentümerverband Haus & Grund Rheinland Westfalen hin. Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Peter Rasche erklärt: „Je nachdem, wie viel man zuhause ist, sollte man zwei bis vier Mal täglich für 10 Minuten stoßlüften.“ An besonders kalten Wintertagen reichten auch fünf Minuten aus. Beim Stoßlüften werden die Fenster nicht gekippt, sondern ganz geöffnet. „Gekippte Fenster erlauben nur einen geringen Luftaustausch, führen aber mit der Zeit zum Auskühlen der Wand über dem Fenster. Dort bildet sich dann besonders gerne Schimmel“, sagt Rasche.

Für einen optimalen Luftaustausch ist Querlüften empfehlenswert, also das Öffnen gegenüberliegender Fenster. „Während man lüftet, sollten die Heizkörper abgedreht werden. Sonst heizt man teuer zum Fenster raus“, gibt Tobias Hundeshagen zu bedenken. Der Geschäftsführer von Haus & Grund Aachen empfiehlt außerdem, die Räume je nach ihrer Funktion unterschiedlich zu lüften. „Wenn man duscht oder kocht entsteht viel Feuchtigkeit, die man am besten gleich oder direkt im Anschluss aus Badezimmer bzw. Küche herauslüftet.“ Dabei sollte man die Zimmertür schließen, damit die feuchte Luft nicht in andere Räume ziehen kann.

Räume je nach Funktion unterschiedlich lüften

Schlafzimmer sollten dagegen gleich nach dem Aufstehen gelüftet werden, die Innentüren können dabei offen bleiben. „Wer seine Wäsche nur in der Wohnung zum Trocknen aufhängen kann, muss den betreffenden Raum verstärkt stoßlüften“, warnt Hundeshagen. Wer auf Nummer sicher gehen will, misst die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. „Bei 19 bis 22 Grad Zimmertemperatur wird es vor allem im Winter kritisch, wenn die Luftfeuchtigkeit auf 50 bis 60 Prozent steigt. Dann sollte wieder gelüftet werden“, sagt Rasche und ergänzt: „Nachts und bei Abwesenheit drosselt man zum Energiesparen gerne die Heizung. Es darf aber trotzdem nie kälter als 16 Grad werden. Optimal sind mindestens 19 Grad.“

Kalte Luft kann nämlich weniger Wasser aufnehmen als warme. Kann die Luft das Wasser nicht mehr fassen, kondensiert es an den Wänden und es entsteht Schimmel. Geschäftsführer Hundeshagen weist darauf hin, dass Mieter dazu verpflichtet sind, ihre Wohnungen durch regelmäßiges Lüften und ausreichende Beheizung vor Schimmel zu schützen. Unbeheizte, kühle Räume, etwa im Keller, sollten allerdings nur bei trockener, kalter Außenluft gelüftet werden. „Versuchen Sie nicht, kühle Räume mit der Luft aus warmen Räumen zu heizen“, mahnt Tobias Hundeshagen. „Dadurch gelangt meist kaum Wärme, aber umso mehr Luftfeuchtigkeit in den kühlen Raum.“ Zwischen unterschiedlich beheizten Räumen sollten daher die Türen geschlossen bleiben.

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