Klimaschutz im Gebäudesektor mit großen Fortschritten

Kann das Klimaschutzprogramm 2030 seine Ziele überhaupt erreichen? Das Bundesumweltministerium hat das ausrechnen lassen. Die Ergebnisse wurden jetzt im Umweltausschuss des Bundestages diskutiert. Der Gebäudesektor wird demnach seine Zielmarke um knapp 17 Prozent verfehlen. Haus & Grund forderte: Emissionshandel stärken statt kleinteiliger Maßnahmen.

Berlin. „Der Gebäudesektor hat beim Klimaschutz in den vergangenen 30 Jahren große Fortschritte erzielt. Wenn dieser Bereich jetzt noch zügig in den europäischen Emissionshandel integriert würde, stünde dem 2030-Ziel nichts im Wege.“ So kommentierte Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke das gestern (11. März 2020) im Umweltausschuss des Bundestages diskutierte Klimaschutzgutachten aus dem Umweltministerium.

„Wer, wie Ministerin Schulze meint, wir würden mit kleinteiligen ordnungsrechtlichen Vorgaben das Klima effektiver schützen, der irrt. Es ist kein Zufall, dass die Bereiche Energie und Industrie weitgehend auf Kurs liegen: Sie unterliegen seit 2005 dem europäischen Emissionshandel.“ Der Eigentümerverband Haus & Grund wies zudem darauf hin, dass der Gebäudesektor ursprünglich bis 2030 acht Millionen Tonnen CO2 weniger hätte einsparen müssen.

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hatte die damalige Umweltministerin Hendricks im Vorfeld des UN-Klimagipfels im Herbst 2016 die Industrie ent- und den Gebäudesektor belastet (wir berichteten). „Ohne diese ungerechte Lastenverschiebung wären wir im Gebäudesektor dem Zwischenziel 2030 bereits deutlich näher“, unterstrich Warnecke. „Was wir jetzt brauchen, sind klar verankerte Ziele im Emissionshandel sowie eine effektive und verlässliche Förderung einer CO2-armen Wärmeversorgung inklusive einer unabhängigen Energieberatung.“

Hier finden Sie das im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellte Gutachten zum Download. Begleitende Informationen hat das Ministerium hier bereitgestellt.

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