Nebenkosten verteuern das Wohnen - Aachen auf schlechtem Platz

Die kommunalen Gebühren und Steuern sind vieldiskutierte Wohnnebenkosten in Deutschland, wegen ihrer Höhe, wegen der dramatischen Unterschiede zwischen den Städten und wegen der intransparenten Strukturen. Im bundesweiten Vergleich der 100 größten Städte liegt Aachen dabei auf einem schlechten 82. Platz.

Aachen. "Die Forderung muss lauten: Die Stadt Aachen muss ihrem eigenen Anspruch gerecht werden und für eine dauerhafte und signifikante Senkung der kommunalen Abgaben Sorge tragen und nicht die vermeintliche Schuld an steigenden Mieten nur bei privaten Vermietern suchen.", so der Geschäftsführer des Aachener Haus & Grund, Rechtsanwalt Tobias Hundeshagen, zum vorgestellten Nebenkostenranking von Haus Grund.

Das Ranking setzt sich aus drei Einzelrankings zusammen, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag von Haus & Grund Deutschland erstellt hat. Berücksichtigt werden Kennzahlen zu den Abfallgebühren (Stand 2019), zu den Abwassergebühren (Stand 2020) und zur Grundsteuer B (Stand 2021). Dabei wird jeweils von einer durchschnittlichen vierköpfigen Familie bzw. einem durchschnittlichen Einfamilienhaus ausgegangen.
Sieger des Rankings ist wie schon bei der Untersuchung vor drei Jahren die Stadt Regensburg. Durchschnittlich bezahlt eine Familie hier jährlich 915 Euro für Grundsteuer B, Abfall- und Abwassergebühren zusammen. Das ist folglich der Maßstab für alle Städte. Die Stadt Aachen landet auf Platz 82, in Leverkusen, der Stadt, die im Ranking auf dem letzten Platz landet, müssen für dieselben Leistungen 2.046 Euro jährlich gezahlt werden. Der Unterschied zwischen den beiden Städten beträgt somit mehr als 1.100 Euro.

Wichtig auch: Die Analysen zeigen, dass es keine offensichtlichen Muster gibt – weder räumlich, noch nach Einwohnerdichten oder anderen Merkmalen oder Verschuldungsgrad. Die Recherchen zeigen, dass die Städte oftmals ihre hohen diskretionären Spielräume nutzen, um individuelle Gebühren zu setzen und sich damit finanzielle Freiräume zu schaffen.

Zur Erläuterung: Allein auf die drei bedeutendsten Abgaben – Abfall, Abwasser und Grundsteuer – entfallen für einen Musterhaushalt bis zu 2.046 Euro im Jahr. Und der Unterschied zwischen der teuersten und der günstigsten Stadt liegt bei über 1.100 Euro. Mit diesen 1.100 Euro könnte eine Person 14 Tage in den Urlaub fahren, eine vierköpfige Familie ihre jährlichen Stromkosten bezahlen oder sich gar ein Kleinwagen leasen.
Um die erheblichen Unterschiede bei den Nebenkosten aufzudecken, werden im folgenden Bericht die 100 größten Städte Deutschlands untersucht.

Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen.

zurück zum News-Archiv