Neubau in NRW: Genehmigungsboom im ersten Halbjahr

Trotz aller Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie: In Nordrhein-Westfalen herrscht weiterhin ein gutes Klima für den Wohnungsbau. Die Zahl der neuen Baugenehmigungen ist kräftig gestiegen. Dabei hat sich allerdings das Interesse der Bauherren etwas verlagert: Einfamilienhaus und Zweifamilienhaus sind wieder beliebter geworden, wie die amtliche Statistik zeigt.

Düsseldorf/Wiesbaden. In Nordrhein-Westfalen stehen weiterhin alle Signale auf Neubau: Im ersten Halbjahr 2021 erteilten die Bauämter im Land 6,6 Prozent mehr Baugenehmigungen für Wohnungen als im Vorjahreszeitraum. Damit bekamen 30.628 neue Wohnungen grünes Licht. Davon sollen 26.354 in neuen Wohngebäuden entstehen. In diesem Bereich beträgt der Zuwachs 5,6 Prozent.

Um 2,9 Prozent auf 3.566 Wohneinheiten stieg dagegen die Zahl der neu genehmigten Wohnungen, die in bestehenden Gebäuden gebaut werden sollen – etwa durch Aufstockung oder Dachausbau. Zudem sollen 708 neue Wohnungen in neuen Nichtwohngebäuden entstehen. Das hat das statistische Landesamt IT.NRW mitgeteilt. Am stärksten ist die Nachfrage im Münsterland: Der Regierungsbezirk Münster meldete ein Plus von 28,9 Prozent.

Corona-Effekt: Einfamilienhaus boomt

Auch im Regierungsbezirk Detmold stellten die Bauämter mit 18,6 Prozent sehr viel mehr Baugenehmigungen aus als im Vorjahr. Der Regierungsbezirk Köln kommt auf ein Plus von „nur“ 5,1 Prozent. Ganz anders dagegen das Bild im Regierungsbezirk Düsseldorf: Hier brach die Zahl der neu erteilten Baugenehmigungen für Wohnungen um 11,5 Prozent ein. Im Regierungsbezirk Arnsberg war die Veränderung mit -1,3 Prozent nur relativ gering.

Erstmals seit langer Zeit hat der Boom der Mehrfamilienhäuser einen Knick bekommen. Nur 1,5 Prozent betrug das Wachstum der Baugenehmigungen in diesem Sektor. Allerdings lag die Zahl der neu genehmigten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern auch in den Vorjahren schon auf einem sehr hohen Niveau. Mit 16.981 neuen Wohnungen entfällt weiterhin mehr als die Hälfte der neuen Einheiten auf diese Wohnform.

Neue Baugenehmigungen: NRW hinter Bundestrend

Doch Einfamilienhaus und Zweifamilienhaus haben zuletzt aufgeholt. Im ersten Halbjahr 2021 gab es 7.097 neue Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser in NRW. Das bedeutet ein Plus von 10,1 Prozent. Zweifamilienhäuser erlebten sogar ein Wachstum von 26,7 Prozent – allerdings auf niedrigem Niveau, die Gesamtzahl der genehmigten Projekte liegt nur bei 2.276. Hier zeigt sich wahrscheinlich ein Effekt der Corona-Pandemie: Die Zeiten im Lockdown haben den Wunsch nach dem eigenen Haus mit Garten wieder populärer gemacht – wir berichteten.

Auch wenn der Zuwachs bei den Baugenehmigungen in NRW weiterhin auf hohem Niveau liegt: Er rangiert inzwischen nicht mehr auf Bundesniveau. Wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt hat, stieg die Zahl der neu genehmigten Wohnungen bundesweit im ersten Halbjahr 2021 um 7,7 Prozent. Auch hier schwächelte das Mehrfamilienhaus etwas, kam auf einen Zuwachs von nur noch 1,9 Prozent. Beim Einfamilienhaus gab es bundesweit ein Plus von 10,7 Prozent, beim Zweifamilienhaus waren es 37,5 sogar Prozent.

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