NRW-Bauministerin will mehr Brachflächen aktivieren

Der Wohnungsbau in NRW kann mit dem Bedarf nicht Schritt halten – zugleich steigen die Kosten. Eine zentrale Ursache dafür wird seit längerem immer wieder beklagt: Der Mangel an Baugrundstücken. Um diesem Problem entgegenzutreten, setzt sich NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) für eine Verstärkte Aktivierung von Brachflächen ein. Dabei will sie Kommunen und Eigentümer gezielt unterstützen.

Düsseldorf. NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) setzt sich für eine verstärkte Nutzung von Brachflächen in Nordrhein-Westfalen ein. Gestern hat sie deshalb die Städte und Gemeinden in NRW dazu aufgerufen, sich für die Förderung durch die Initiative „Bau.Land.Partner“ zu bewerben. Letztere hatte Scharrenbach ins Leben gerufen, um Kommunen und Grundeigentümer bei der Aktivierung von Brachflächen unter die Arme zu greifen.

„Brachflächen sind die offenen Wunden unserer Städte und Gemeinden“, sagte Scharrenbach laut einer Mitteilung ihres Ministeriums. „Mit Bau.Land.Partner wollen wir diese Wunden schließen. Bau.Land.Partner unterstützt Kommunen und Flächeneigentümer mit Know-how und Personal, um untergenutzte Flächen für Wohnen und Gewerbe zu aktivieren.“ Oft gibt es spezielle Gründe dafür, das Brachflächen ungenutzt bleiben – diese Hemmnisse soll das Programm zu beseitigen helfen.

Derzeit sind bereits 72 Kommunen aktiv geworden. Sie wollen an insgesamt 245 Standorten rund 1.380 Hektar Brachfläche entwickeln. Gut die Hälfte davon – genau 711 Hektar – sind für eine zukünftige Wohnbebauung angedacht. Damit es dazu auch wirklich kommt, unterstützt die Landesregierung auf unterschiedliche Weise, etwa durch die Moderation zwischen Eigentümern und Kommunen, aber auch durch die Erstellung von Grobkosten- und Erlösbetrachtungen oder Einschätzungen der ökonomischen und rechtlichen Machbarkeit.

Vielfältige Gründe für Brachliegen von Flächen

Häufig geht es dabei nach Angaben des Ministeriums um Brachflächen im Siedlungszusammenhang. Hier scheitert eine Bebauung immer wieder an zerstrittenen Eigentümer- oder Erbengemeinschaften. Auch problematische Standortfaktoren wie Hochspannungsleitungen können die Aktivierung der Flächen behindern. Oft handelt es sich auch um ehemalige Industrieflächen, bei denen Rückbaukosten anfallen oder die Frage von Altlasten im Raum steht, die Bodenuntersuchungen und eventuell Sanierungen nötig machen.

Das Land möchte vor Ort helfen, diese Herausforderungen zu meistern, denn der Mangel an Baugrundstücken ist ein wesentlicher Grund für den nicht ausreichenden und teuren Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen. Ina Scharrenbach betonte: „Der Schlüssel zur Aktivierung von mehr Bauland liegt im Dialog. Deshalb sind alle Kommunen dazu aufgerufen, sich für das Programm Bau.Land.Partner zu bewerben. Bewerbungen können bis zum 31. März 2020 abgegeben werden.

zurück zum News-Archiv