NRW: Weniger neue Wohnungen fertiggestellt

Es werden zwar weiterhin viele neue Wohnungen genehmigt, aber nicht unbedingt gebaut: Wie berichtet stieg der Bauüberhang zuletzt stark an. Was aber bedeutet das konkret für die Entwicklung beim Neubau? Die Antwort für das Jahr 2021 liegt jetzt auf dem Tisch: Die Zahl der fertiggestellten neuen Wohnungen ist leicht gesunken. Das ist kein gutes Zeichen mit Blick auf angespannte Wohnungsmärkte.

Düsseldorf. Der Wohnungsbau in NRW schwächelt. Die Zahl der fertiggestellten neuen Wohnungen ist im letzten Jahr um 0,4 Prozent gesunken. Das hat das statistische Landesamt IT.NRW heute (1. Juni 2022) mitgeteilt. Insgesamt meldeten die Bauämter im Land demnach 49.555 Wohnungen als fertiggestellt. Dabei sind auch vollendete Umbaumaßnahmen mitgezählt. Die Entwicklung bei den verschiedenen Wohnungstypen fiel uneinheitlich aus.

So gab es einen starken Einbruch beim Einfamilienhaus: Im Jahr 2021 sank die Zahl der neuen Einfamilienhäuser um weit überdurchschnittliche 7 Prozent auf nur noch 11.770 Stück. Zweifamilienhäuser konnten mit einem Minus von 0,2 Prozent noch weitgehend das Vorjahresniveau halten. Dass insgesamt ein Minus von nur 0,4 Prozent herauskam, liegt  am Mehrfamilienhaus: In diesem Sektor stieg die Zahl der Fertigstellungen um 2 Prozent. Angesichts des knappen und entsprechend teuren Baulandes ist der Trend durchaus verständlich.

Ausbau im Bestand mit starkem Zuwachs

Sogar um 3,7 Prozent wuchs die Zahl der fertiggestellten Wohnungen, die durch Ausbau oder Umbau in bestehenden Gebäuden geschaffen werden konnten. Mit einer Gesamtzahl von 5.905 Wohneinheiten hat dieser Sektor, zu dem unter anderem auch der Dachausbau gehört, inzwischen eine durchaus nennenswerte Größe erreicht. Das wiederrum kann vom Wohnungsneubau in Nichtwohngebäuden nicht behauptet werden: Hier zeigte sich ein Rückgang um 12,5 Prozent auf nur noch 674 neue Wohneinheiten.

Die amtliche Statistik zeigt außerdem deutliche regionale Unterschiede beim Wohnungsneubau. Die sogenannte Wohnungsbauquote lag 2021 im NRW-Landesdurchschnitt bei 26,9 fertiggestellten Wohnungen pro 10.000 Einwohner. Der Landkreis Borken erreichte dagegen aber einen Wert von 58,0. Auch der Kreis Paderborn konnte mit 55,3 Prozent starken Zuwachs vermelden, ebenso wie der Kreis Coesfeld mit einer Quote von 53.

Wohnungsbauquote mit großen regionalen Unterschieden

Diesen weit überdurchschnittlichen Wohnungsbauquoten stehen auch Gegenden mit weit unterdurchschnittlichen Quoten gegenüber: Am schlechtesten steht Hagen dar, hier kommt man auf mickrige 5,5 neue Wohnungen pro 10.000 Einwohner. Oberhausen ist mit 5,6 nicht wirklich besser, auf dem drittletzten Platz liegt der Märkische Kreis mit 8,7. Auch das bergische Städtedreieck Wuppertal-Remscheid-Solingen kommt mit Werten unter 15 auf wenig Neubau.

Bemerkenswert ist aber, dass die stark nachgefragten Großstädte Düsseldorf, Bonn und Münster es trotz der urbanen Grundstücksengpässe auf überdurchschnittliche Wohnungsbauquoten von mehr als 35 bringen. Auch die Kommunen in der Städteregion Aachen stehen mit Werten zwischen 25 und 35 vergleichsweise gut dar. Solange unter dem Strich ein Minus steht, ist das politisch gesteckte Ziel von 400.000 Wohnungen im Jahr aber unerreichbar.

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