Tödliches Gas: Wie schütze ich mich vor Kohlenmonoxid?

Sie lag bewusstlos in der Badewanne: Eine 25-Jährige hat gestern (20. März 2019) in Mönchengladbach eine lebensgefährliche Vergiftung durch Kohlenmonoxid erlitten. Offenbar war die Gastherme defekt. Die junge Frau hatte Glück, dass sie gerade noch rechtzeitig gefunden wurde. Einsatzkräfte evakuierten das Mehrfamilienhaus. Wir informieren, wie man solche Unfälle verhindern kann.

Mönchengladbach/Düsseldorf. Die Kohlenmonoxid-Vergiftung der jungen Frau in Mönchengladbach gestern ist kein Einzelfall. Jährlich erleiden in Deutschland rund 4.000 Menschen ähnliche Vergiftungen, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen. Erst im Februar hatten sich in Krefeld 13 Menschen mit dem Gas vergiftet. Sie hatten bei einer Familienfeier in ihrer Wohnung auf einem Kohleofen Kaffee gemacht. Auch beim Grillen und in Shisha-Bars kommt es immer wieder zu Unfällen mit Kohlenmonoxid (CO).

Auch defekte Gasthermen sind als Unglücksursache allerdings keine Seltenheit. Erst vergangene Woche – am 12. März – musste die Feuerwehr in Düsseldorf eine Frau aus ihrer Wohnung retten. Ähnlich wie in Mönchengladbach war auch hier offenbar eine defekte Gastherme dafür verantwortlich, dass eine große CO-Konzentration in der Raumluft entstanden war. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Fragen rund um Kohlenmonoxid und mögliche Schutzmaßnahmen zusammengestellt.

Warum ist Kohlenmonoxid so gefährlich?

Kohlemonoxid verdrängt nach dem Einatmen den Sauerstoff von den roten Blutkörperchen, die ihn transportieren. Sie können die Organe des Körpers dann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen. Das kann schnell lebensgefährlich werden: Die Betroffenen fühlen sich sehr müde, verlieren die Orientierung und können nicht mehr fliehen oder um Hilfe rufen. CO führt schon in geringen Mengen innerhalb von Minuten zum Tod. Besonders tückisch dabei: Menschen können Kohlenmonoxid nicht wahrnehmen. Es ist geruchslos, geschmacksfrei und unsichtbar.

Oft werden vergiftete Personen bewusstlos aufgefunden – die herbeigerufenen Rettungssanitäter erkennen die Gefahr dann, weil sie CO-Warnmelder am Körper tragen. So war es auch im Fall der Mönchengladbacherin geschehen. Wird das Opfer noch rechtzeitig gefunden, kann es in einer speziellen Druckkammer behandelt werden, wie es sie in größeren Krankenhäusern gibt. Dort werden die Patienten mit reinem Sauerstoff beatmet – durch den Überdruck in der Kammer kann das Blut den Sauerstoff aufnehmen. Die junge Dame aus Mönchengladbach kam dazu in die Düsseldorfer Uniklinik.

Wie kommt das giftige CO in die Wohnung?

Kohlenmonoxid kommt zu einem geringen Anteil in der Luft vor, die wir täglich einatmen. Gefährlich hohe Konzentrationen können entstehen, wenn Verbrennungen ablaufen. Wer beispielsweise in der Garage den Motor laufen lässt, riskiert damit eine CO-Vergiftung, weil das Abgas eine deutlich erhöhte Menge Kohlenmonoxid in die Garagenluft freisetzt. Aber auch im Haus laufen Verbrennungen ab – sei es in der Ölheizung, einer Gastherme oder beim Kochen am Gasherd. Auch ein Kaminfeuer setzt CO frei – und selbst Tabakrauch. Was bei einer Zigarette noch kein Problem ist, kann bei stundenlangem Shisha-Konsum durchaus gefährlich werden.

Um eine zu hohe Konzentration von CO in der Raumluft zu verhindern, hilft nicht nur Lüften, wenn geraucht oder mit Gas gekocht wird. Vor allem sollten Heizanlagen, Öfen, Kamine und Schornsteine regelmäßig vom Fachmann gewartet werden. So lassen sich Defekte an den Geräten vermeiden, die dann ähnlich lebensbedrohliche Konsequenzen haben können wie gestern in Mönchengladbach. Allerdings: Auch bei guter Wartung lässt sich ein technischer Defekt nie mit letzter Sicherheit ausschließen.

Kohlenmonoxid: Wie kann ich die Gefahr rechtzeitig erkennen?

Um die Gefahr durch das giftige Gas rechtzeitig zu erkennen, ist ein Kohlenmonoxid-Melder unerlässlich. Diese Geräte sind ähnlich klein und unauffällig wie ein Rauchmelder – schlagen aber ebenso laut Alarm, wenn sie eine zu hohe Konzentration Kohlenmonoxid in der Raumluft bemerken. Haus & Grund Rheinland Westfalen empfiehlt den Einsatz solcher CO-Melder im Haushalt ausdrücklich. Hochmoderne digitale Kohlenmonoxid-Melder können Hausbesitzer deswegen auch über unsere Geschäftsstelle beziehen, kontaktieren Sie uns gerne.

Die Geräte verfügen über einen hochentwickelten elektrochemischen Sensor, der kleinste Mengen Kohlenmonoxid erkennt. Der Sensor überwacht die Raumluft fortlaufend und warnt frühzeitig, wenn die CO-Konzentration in der Luft kritisch wird. Ein guter CO-Melder sollte außerdem robust gegen Fehlalarme sein, die durch im Haushalt normale Kontaminationen entstehen könnten. Damit die Funktionsbereitschaft des CO-Melders gewährleistet ist, sollte sich das Gerät regelmäßig selbst testen. Praktisch sind Geräte, deren Batterie über die gesamte Lebensdauer des Melders nicht gewechselt werden muss.

Wie muss ich einen CO-Melder anbringen?

Im Idealfall sollte jeder Raum mit einem brennstoffbetriebenen Gerät auch einen CO-Melder bekommen. Wenn es im Gebäude abgelegene Räume gibt, aus denen der Alarm des CO-Melders nicht zu hören wäre, sollten auch diese Räume mit einem Melder ausgerüstet werden – zumindest, wenn sich hier über längere Zeiträume Menschen aufhalten.

Auch für Schlafzimmer wird der Kohlenmonoxid-Melder empfohlen. Bei Ein-Zimmer-Wohnungen sollte der Lebensretter möglichst weit von der Kochstelle entfernt in der Nähe des Schlafplatzes installiert werden. Wenn ein CO-Melder einen normalerweise menschenleeren Heizungskeller überwachen soll, bietet sich die Montage vor dem Raum an. Dann ist im Notfall der Alarm besser zu hören.

Nicht geeignet für CO-Melder sind feuchte Räume wie Badezimmer. Auch in unmittelbarer Nähe zur Kochstelle, neben Lüftungsgittern oder Abluftventilatoren sind die Geräte fehl am Platz. Das Gleiche gilt für eine Anbringung direkt am Fenster oder einer Tür. Außerdem wichtig: Während Rauchmelder an die Decke gehängt werden, weil Rauch nach oben steigt, müssen CO-Melder deutlich tiefer an der Wand angebracht werden – ungefähr auf Brusthöhe. Kohlenmonoxid ist nämlich schwer und sammelt sich daher unten im Raum.

 

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