„Wir wollen fairmieten“: Vermieter warnen vor Überregulierung

Vermieter in NRW möchten gerne zu fairen Bedingungen Wohnraum vermieten. Seit dem Wohngipfel der Bundesregierung im Jahr 2018 ist das aber schwerer geworden. Eine immer strengere Regulierung droht das Mietwohnungsangebot zu verknappen. Haus & Grund-Präsident Konrad Adenauer mahnt deshalb faire Bedingungen für Vermieter an: „Regulierungsstopp statt Mietenstopp!“

Aachen. Die Vermieter in Nordrhein-Westfalen machen auf den drohenden Verlust von Mietwohnungen durch zunehmende staatliche Regulierung aufmerksam. „Die Liste der Zumutungen für Vermieter ist in den letzten Jahren immer länger geworden“, sagt Prof. Dr. Peter Rasche, Vorstandsvorsitzender von Haus und Grund Aachen. „Entgegen den Versprechungen der Koalition hat NRW eine Mieterschutzverordnung bekommen, die unter anderem eine verschärfte Mietpreisbremse enthält. Der Bund hat die Mietspiegel manipuliert und damit die ortsüblichen Vergleichsmieten de facto eingefroren.“

Zugleich würden immer wieder Rufe laut, Teile der Betriebskosten der Mieter auf die Vermieter abzuwälzen – etwa die Grundsteuer, den CO2-Preis oder die Gebühren fürs Kabelfernsehen. Die Folgen machen Rasche Sorgen: „Immer mehr private Vermieter, die bislang zwei Drittel der Mietwohnungen im Land anbieten, denken ans Aufgeben. Vermieten rechnet sich kaum noch und die Zukunftsperspektive ist vage, weil immer neue Zumutungen diskutiert werden.“

Private Vermieter denken ans Aufgeben

Die Vermieter in NRW wünschten sich Fairness, betont Tobias Hundeshagen, Geschäftsführer von Haus und Grund Aachen. „Die große Mehrheit der Vermieter bei uns im Land pflegt ein partnerschaftliches Verhältnis mit ihren Mietern, hält ihre Immobilien in Schuss und investiert hohe Summen in energetische Modernisierungen und Barrierefreiheit.“ Damit es dabei bleibe, brauche es auch faire Mieten: „Niemand soll mit überhöhten Mieten abgezockt werden. Aber wenn es sich nicht mehr rechnet, vermietet auch niemand mehr.“

Es sei grotesk, dass ein Bündnis aus Mietervertretern, Gewerkschaften und Sozialverbänden heute einen Mietenstopp fordere. „Seit der Einführung des Mietendeckels in Berlin ist das Angebot an Mietwohnungen dort dramatisch zurückgegangen. Ein Mietenstopp sägt also den Ast ab, auf dem die Mieter wohnen“, stellt Hundeshagen fest. Vermietern müsse es im Gegenteil leichter gemacht werden, zu fairen Konditionen zu vermieten. „Der Mietwohnungsmarkt braucht einen Regulierungsstopp statt eines Mietenstopps“, bringt es Dr. Peter Rasche auf den Punkt.

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