Wohnimmobilien stark verteuert – trotz Corona

Als vor einem Jahr die Corona-Pandemie Deutschland erfasste, fragte sich die Fachwelt: Was passiert jetzt mit den Immobilienpreisen? Ist der Anstieg jetzt vorbei? Kommt es zu einem Preisverfall? Einige Experten gingen tatsächlich davon aus. Inzwischen straft die Realität sie Lügen: Die Häuserpreise sind 2020 massiv gestiegen – trotz, ja, eher vielleicht sogar wegen der Pandemie. Die Zahlen.

Wiesbaden. Wohnimmobilien werden trotz der Corona-Pandemie immer teurer. Im letzten Quartal des Jahres 2020 kletterten die Preise verglichen mit dem Vorjahresquartal im bundesweiten Schnitt um 8,1 Prozent. Gegenüber dem vorherigen, 3. Quartal des Jahres 2020 bedeutete das einen Anstieg um 2,6 Prozent. Es ist der größte Sprung der Häuserpreise seit dem 4. Quartal des Jahres 2016 – damals gab es ein noch etwas größeres Plus von 8,4 Prozent.

Das hat das Statistische Bundesamt gestern (29. März 2021) mitgeteilt. In allen vier Quartalen des Corona-Jahres 2020 wurden Immobilien teurer. Besonders stark war der Preisanstieg beim Einfamilienhaus und beim Zweifamilienhaus. In den sieben größten Städten Deutschlands verteuerten sich solche Objekte im 4. Quartal um 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das betrifft Köln, Düsseldorf, München, Stuttgart, Berlin, Hamburg und Frankfurt.

Wohnimmobilien: Starker Preisanstieg in allen Segmenten

Aufhorchen lässt, die dass die Preise auch in dünn besiedelten, ländlichen Kreisen um 11 Prozent zulegten. Dichter besiedelte Kreise auf dem Land registrierten ein Plus von 9,8 Prozent. Städtische Kreise kommen auf einen Preisanstieg von 7 Prozent. Offenbar hat die Corona-Pandemie dazu geführt, den Wunsch nach dem eigenen Haus mit Garten wieder vermehrt zu wecken. Denn bei der Eigentumswohnung waren die Preissteigerungen deutlich geringer.

Allerdings ist auch hier das Niveau des Preisanstiegs weiterhin nicht gerade klein. In städtischen Kreisen verteuerten sich Eigentumswohnungen um 5,7 Prozent. Den stärksten Preisschub gab es in dichter besiedelten Landkreisen mit einem Plus von 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das liegt alles deutlich über der allgemeinen Teuerungsrate. Der Run auf die Wohnimmobilie ist also weiterhin ungebrochen. Das hat auch mit den weiterhin niedrigen Zinsen zu tun.

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