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Bauen in NRW ist erneut teurer geworden

Bauen ist in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr deutlich teurer geworden. Das geht aus aktuellen Zahlen von IT.NRW hervor. Die amtliche Statistikstelle des Landes ermittelte bei Wohngebäuden einen Anstieg der Kosten von 1,5 Prozent. Haus & Grund Rheinland fordert die Politik auf, ihren Teil zu niedrigeren Baukosten beizutragen, damit bezahlbare Neubauten möglich werden.

Düsseldorf. Der Baupreisindex für Wohngebäude ist in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie die amtliche Statistikstelle des Landes IT.NRW heute (12. Oktober 2016) mitgeteilt hat, waren die Bauleistungen an Wohngebäuden im August 2016 um 1,5 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Damit liegt die Teuerungsrate im Bausektor deutlich höher als die Inflationsrate: Nach Angaben des statistischen Bundesamtes lag die Steigerung der Verbraucherpreise im Jahr 2015 bei gerade mal 0,3 Prozent. Im August 2016 waren es weiterhin niedrige 0,4 Prozent.

Bei den einzelnen Bauleistungen zeigen sich deutliche Unterschiede im Wachstum der Preise. So sind die Kosten für Rohbauleistungen mit 0,4 Prozent im abgelaufenen Jahr vergleichsweise geringfügig gewachsen. Die personalintensiven Ausbauarbeiten verteuerten sich dagegen um überdurchschnittliche 2,4 Prozent. Auch Schönheitsreparaturen in Wohnungen sind seit August 2015 deutlich kostspieliger geworden. Der Anstieg beträgt 2,6 Prozent. Allein im Zeitraum zwischen Mai und August 2016 kletterte der Wert um 0,7 Prozentpunkte.

Bezahlbarer Wohnraum immer schwieriger zu schaffen

„Die steigenden Kosten für Bauleistungen machen es noch ein bisschen schwieriger, bezahlbaren Wohnraum in NRW zu schaffen“, zeigte sich Prof. Dr. Peter Rasche besorgt über die aktuellen Zahlen. Der Vorsitzende von Haus & Grund Rheinland sieht vor allem die stark gestiegenen Kosten für Ausbauleistungen kritisch. „Da Bauland in unseren Großstädten knapp und teuer ist, könnte ein Ausbau von Dachgeschossen für mehr Wohnraum sorgen. Insofern ist es nicht erfreulich, dass gerade diese Arbeiten besonders kostenintensiv geworden sind.“

Der Dachausbau wird allerdings auch durch die Stellplatzabgabe gehemmt. Bis zu 20.000 Euro muss ein Bauherr beispielsweise in Köln bezahlen, wenn er ein Dachgeschoss ausbaut und für die neue Wohnung keinen Kfz-Stellplatz vorweisen kann. „Dadurch werden Ausbauten von Dachgeschossen unnötig verteuert – viele Bauherren nehmen deswegen Abstand von solchen Projekten“, kritisiert Rasche. Die geplante Novelle der Bauordnung will es zwar der Entscheidung der Stadträte überlassen, ob eine solche Abgabe erhoben wird. Haus & Grund Rheinland geht aber davon aus, dass die Kommunen sich diese Einnahmequelle auch zukünftig nicht entgehen lassen werden. Der Eigentümer-Schutzverband <link http: www.hausundgrund-aachen.de aktuelles einzelansicht-aktuelles neue-bauordnung-soll-anfang-2017-in-kraft-treten-717 _blank external-link-new-window internal link in current>fordert daher eine Abschaffung der Abgabe.

„Angesichts steigender Baukosten ist es umso wichtiger, dass die Politik jetzt die von Ihr verursachten Kostenfaktoren überdenkt“, ergänzt Erik Uwe Amaya. Der Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland spielt damit unter anderem auf die Novellierung der Bauordnung an, die gerade erarbeitet wird: „Die derzeit geplanten Vorschriften zur Barrierefreiheit, aber auch die Verpflichtung zu statischen Gutachten („Prüfstatik“) für Einfamilienhäuser machen Neubauprojekte deutlich kostspieliger“, warnt Amaya.

 

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