Düsseldorf. Immer mehr Menschen ziehen aus ländlichen und wirtschaftlich schwachen Regionen in die Metropolen und ihre Speckgürtel. Während dort der Wohnraum immer knapper wird, gibt es auf dem Land das gegenteilige Problem – <link http: www.hausundgrund-aachen.de aktuelles einzelansicht-aktuelles mieter-koennen-sich-mehr-wohnraum-leisten-aber-nicht-ueberall-745 external-link-new-window internal link in current>wir berichteten bereits darüber. Jetzt gibt es neue Zahlen dazu: Etwas mehr als 2 Millionen Wohnungen stehen in Deutschland derzeit leer, wie das BBSR errechnet hat. Die Leerstandquote ist seit 2011 von 4,5 auf 5,1 Prozent gestiegen. Das Bundesamt erwartet, dass der Trend in Zukunft weiter anhält – das bedroht die Existenzen von Eigentümern in den wirtschaftlich schwachen Gegenden.
„Immobilienbesitz ist in manchen Regionen Deutschlands kaum noch wirtschaftlich. Das bedroht die Altersversorgung vieler Eigentümer“, warnt Prof. Dr. Peter Rasche. Der Vorsitzende von Haus & Grund Rheinland sieht in den neuesten Zahlen des BBSR ein Alarmsignal. „Die Politik darf die wirtschaftsschwachen Regionen nicht aufgeben. Arbeitsplätze, Breitband-Internet, funktionierender ÖPNV, gute ärztliche Versorgung und die Kita vor Ort sind wichtig, um den Zustrom in die Ballungsgebiete zu bremsen“, mahnt Rasche. Er fordert die Verantwortlichen in der Politik auf, endlich mehr in die Infrastruktur zu investieren.

Immer mehr Menschen ziehen in die Großstädte. (Quelle: BBSR)
Niedrige Immobilienpreise auf dem Land gefährden Altersversorgung
Die Wanderungsbewegung vom Land in die Großstädte macht sich nicht nur in Form von Leerständen auf dem Land und Wohnungsmangel in den Metropolen bemerkbar. Auch die Preise für Immobilien folgen dem Trend. Im Durchschnitt müssen Käufer heute 353.000 Euro für ein Eigenheim in der Großstadt auf den Tisch legen. In ländlichen Regionen sind es im Durchschnitt nur 135.000 Euro. Der Preisverfall auf dem Land ist bitte für Eigentümer, die verkaufen wollen – gerade, wenn das Kapital für ihre Altersversorgung eingeplant ist.
Verbandsdirektor Erik Uwe Amaya von Haus & Grund Rheinland fordert daher auch ein Umdenken in der aktuellen Diskussion um mehr Wohnungsbau: „Wer jetzt in Wohnungsbauprogramme in den Metropolen investiert anstatt die Infrastruktur auf dem Land zu fördern, gibt die Immobilien-Eigentümer in wirtschaftlich benachteiligten Regionen auf.“
Dramatische regionale Unterschiede beim Grundstückspreis
Auch die Preise für Bauland spiegeln wieder, in welchen Regionen derzeit eine hohe Nachfrage herrscht. Hier gibt es dramatische Unterschiede: In Düsseldorf muss ein Bauherr rund 700 Euro pro Quadratmeter für ein durchschnittliches Grundstück ausgeben – in einigen Landkreisen in Ostdeutschland sind es dagegen nur 10 Euro.

Auch in NRW zeigen sich große regionale Unterschiede bei den Angebotsmieten. (Quelle: BBSR)
Dass unter diesen Bedingungen in den großen Städten kaum preiswerter Wohnraum geschaffen werden kann, versteht sich von selbst. Wer teuer bauen muss, kann keine niedrigen Mieten verlangen. Diese Erkenntnisse müssten auch in der aktuellen Diskussion um die Mietpreisbremse dringend beachtet werden, gibt Erik Uwe Amaya zu bedenken: „Diese Zahlen untermauern unsere Warnung vor einer bundesweit flächendeckenden Mietpreisbremse, wie sie der Mieterbund gefordert hat. Das wäre für Eigentümer auf dem Land eine Katastrophe.“ Dort würden dadurch nämlich unsinnigerweise die bereits heute sehr niedrigen Mieten zementiert.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf der Seite des <link http: www.bbsr.bund.de bbsr de home topthemen _blank external-link-new-window internal link in current>BBSR.
