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Stadt Aachen: Luftreinhalteplan zeigt Wirkung

Das Landesumweltamt NRW in Essen hat jetzt die Ergebnisse der landesweiten Luftqualitätsmessungen ausgewertet und veröffentlicht.

In Aachen werden die Luftschadstoffe an zwei Stationen gemessen: in der Innenstadt an der stark vom Verkehr belasteten Wilhelmstraße und in Burtscheid, südlich der Innenstadt. Die Messergebnisse belegen, dass der seit dem Jahr 2009 gültige Luftreinhalteplan (LRP) Wirkung zeigt. In dem Plan sind rund 40 Abhilfemaßnahmen aufgeführt.

Beim Feinstaub gab es an der verkehrsbelasteten Wilhelmstraße seit 2009 einen erheblichen  Rückgang der Jahresmittelwerte von 33 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) auf 27 µg/m³ in 2012. Dies bedeutet einen Rückgang der Schadstoffbelastung um rund 20 Prozent in vier Jahren. Der Jahresmittelgrenzwert der Europäischen Union (EU) von 40 µg/m³ wird damit von Jahr zu Jahr immer deutlicher unterschritten. „Ein echter Pluspunkt für die Menschen, die in der Stadt wohnen“, sagt Umweltdezernentin Gisela Nacken.

Auch die Tagesgrenzwerte für Feinstaub haben sich seitdem unterhalb der 35 zulässigen Überschreitungstage stabilisiert. Vor allem die seit Oktober 2010 gültige Aachener Festbrennstoff-Verordnung gilt in Fachkreisen als besonders wirksame Reduktionsmaßnahme. Dennoch sind auch in Zukunft Überschreitungen nicht ganz auszuschließen, da auch die Witterung einen maßgeblichen Einfluss auf die Anzahl der Überschreitungstage hat.

Trend geht seit 2009 nach unten
Erfreulich ist auch, dass beim Schadstoff Stickstoffdioxid (NO2) der Trend seit 2009 ebenfalls erkennbar nach unten zeigt. Seit 2009 reduzierte sich der Wert von 56 µg/m³ auf 51 µg/m³ in 2011. Das ist eine Verringerung von zehn Prozent in drei Jahren. Im Jahr 2012 stieg der Wert dagegen leicht auf 52 µg/m³ an.

Mitverantwortlich hierfür ist aus Sicht der Fachverwaltung, dass in diesem Jahr an der Wilhelmstr. über fast drei Monate hinweg größere Straßenbaumaßnahmen erfolgten: Markierungsarbeiten für Radwege und Teilerneuerung der Straßendecke führten zu erheblichen Staus und damit zu hohen Schadstoffemissionen.

Da der Grenzwert für NO 2 aber 40 µg/m³ beträgt und die EU das Jahr 2015 als Zeitziel zur Einhaltung dieses Grenzwertes verbindlich vorgegeben hat, ist die Stadt aufgefordert, weitere wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Auch daher wird die Luftreinhalteplanung auch in den kommenden Jahren ein Umweltthema für die Stadt Aachen bleiben.

Fazit und Ausblick
Umweltdezernentin Gisela Nacken sagt: „Noch immer bieten sich zahlreiche kommunale Optionen zur Verbesserung der Luftgüte. Unser Auftrag ist, die Lebensqualität in unserer Stadt ganz im Sinne der Menschen, die hier wohnen, zu verbessern. Wir werden unser Konzept zur Einhaltung der Luftgütekriterien mit den örtlichen Partnern fortentwickeln. Und natürlich setzte ich dann auch auf die Zustimmung der Politik. Bislang genießt unser Ansatz dort eine breite Unterstützung.“

Die Aufstellung eines integrativen und von vielen Partnern getragenen Luftreinhalteplans mit fast 40 Einzelmaßnahmen hat sich als erfolgreich und effektiv erwiesen. Bislang ist es in Aachen ohne Umweltzonen gelungen, die Luftqualität signifikant zu verbessern. Bessere Bus- und Regionalbahnangebote, 10000 neue Jobtickets, viele neue „Carsharing“-Nutzer, verbesserte Angebote im Radverkehr und viele andere Maßnahmen haben positive Spuren hinterlassen.

Im Zuge der Fortschreibung der Luftreinhalteplanung soll dieser kooperative Ansatz weiter entwickelt und konkretisiert werden. Dabei gelten einige Handlungsfelder schon jetzt als gesetzt: zum Beispiel Radverkehr, Elektromobilität und Öffentlicher Personennahverkehr. Aber auch neue Ideen im Bereich alternativer Kraftstoffe oder die ausgedehnte Stadtbegrünung sollen aufgegriffen und auf ihre Realisierungschancen überprüft werden.

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