Düsseldorf/Berlin. Die Finanzministerkonferenz in Berlin hat gestern beschlossen: Bis Mitte November sollen die Experten der Länder Vorschläge erarbeiten, wie die Umgehung der Grunderwerbsteuer zukünftig verhindert werden kann. Der Trick geht bislang so: Wenn Immobilien im großen Stil den Besitzer wechseln sollen, gründet der Verkäufer eine Firma, der die Objekte gehören. Dann wird die Firma verkauft – beim Verkauf eines Unternehmens wird natürlich keine Grunderwerbsteuer fällig.
Der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) geht davon aus, dass dieses Verfahren im großen Stil genutzt wird. Nach Schätzungen seines Ministeriums entgehen dem Staat dadurch Einnahmen von bis zu einer Milliarde Euro im Jahr. Deswegen hat Schäfer das Thema gestern auf der Finanzministerkonferenz ins Rollen gebracht.
Haus & Grund begrüßt Vorstoß für mehr Gerechtigkeit bei Grunderwerbsteuer
Haus & Grund Rheinland zeigte sich sehr erfreut davon, dass sich die Politiker des Themas angenommen haben. „Das ist ein positives Signal der Gerechtigkeit gegenüber Millionen kleinen Immobilienkäufern, die brav Grunderwerbsteuer zahlen“, sagte Prof. Dr. Peter Rasche, Vorsitzender von Haus & Grund Rheinland.
Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland, verdeutlichte, wie wichtig eine gute Lösung des Problems ist: „Die Grunderwerbsteuer ist bei uns in Nordrhein-Westfalen von vormals 3,5 auf jetzt 6,5 Prozent erhöht worden. Das ist viel zu hoch – dadurch wird jungen Familien der Weg in die eigenen vier Wände deutlich erschwert.“ Wenn auch die großen Fische die Steuer zahlen würden, könnte der Steuersatz dagegen niedriger ausfallen, ist Amaya überzeugt.
