Berlin. Das Bundesverkehrsministerium legt ein Förderprogramm auf, das für Vermieter von Mehrfamilienhäusern sowie für Wohnungseigentümergemeinschaften interessant ist: „Gefördert werden die Anschaffung und Errichtung von privater Ladeinfrastruktur, z.B. Wallboxen in Verbindung mit der entsprechenden technischen Ausrüstung. Auch der Netzanschluss oder notwendige Baumaßnahmen sind förderfähig.“, teilte das Ministerium jetzt mit. Um die Förderung zu erhalten, muss man mindestens sechs zum Haus gehörende Stellplätze elektrifizieren.
Außerdem müssen mindestens 20 Prozent der Stellplätze des Gebäudes vorverkabelt werden, um dort später eine Ladesäule oder Wallbox installieren zu können. Der Förderhöchstbetrag beträgt für jeden Stellplatz jeweils 1.300 Euro ohne Wallbox oder 1.500 Euro, wenn gleich eine Wallbox installiert wird. Wenn man einen Ladepunkt schafft, der bidirektionales Laden ermöglicht, sind sogar bis zu 2.000 Euro Förderung möglich. Die Ladeleistung darf dabei bis zu 22 kW pro Ladepunkt betragen. „Wird der Antrag bewilligt, wird die Förderung in Form eines Festbetrags beschieden“, heißt es vom zuständigen Ministerium.
Sowohl Eigentümergemeinschaften als auch Privateigentümer von Wohneigentum zur Vermietung dürfen die Förderung beantragen, im Fördertopf sind 500 Millionen Euro. Ab dem 15. April kann man Anträge stellen. Sie werden nach Eingang bearbeitet. Wohnungseigentümergemeinschaften können den Antrag noch vor der Beschlussfassung durch die Eigentümerversammlung stellen und den Beschluss nach positiver Erstbescheidung sechs Monate lang nachreichen. Ungewöhnlich: Als Projektträger, welcher die Aufgaben der Bewilligungsbehörde übernimmt, hat das Ministerium das private Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) ausgewählt.
Antragsverfahren und Informationsangebote zum Förderprogramm
Die Anträge sind daher über PwC zu stellen – das Unternehmen richtet dafür eine digitale Antragsplattform ein. Die inhaltliche Betreuung des Programms übernimmt dagegen die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur, die bei der bundeseigenen NOW GmbH angesiedelt ist. Deren Chefin Dagmar Fehler betont die Bedeutung des Förderprogramms: „In Deutschland gibt es rund 21 Millionen Wohnungen in Mehrparteienhäusern und fast 9 Millionen Stellplätze, die dazu gehören – ein riesiges Potenzial für den Ausbau von privater Ladeinfrastruktur.“
Ihr Haus hat eine Info-Broschüre zur Schaffung von Ladeinfrastruktur für Wohnungseigentümergemeinschaften herausgegeben, den sogenannten „WEGweiser“ (hier als Download verfügbar). Außerdem wird am Dienstag, 14. April, um 09:30 Uhr eine Online-Informationsveranstaltung zur neuen Förderung angeboten. Anmeldungen sind ab sofort online über diesen Link möglich. Alle Informationen zum Förderprogramm können außerdem der eigens dafür eingerichteten Website entnommen werden.
