Altersgerechte Wohnungen: Bedarf steigt, Förderung entfällt

Der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum, der barrierefrei oder zumindest barrierearm gestaltet ist, gilt seit Jahren als hoch mit steigender Tendenz. Die Bundesregierung hat dazu jetzt Zahlen vorgelegt, welche das Auseinanderklaffen von Angebot und Bedarf deutlich machen. Das Förderprogramm für die Schaffung seniorengerechter Wohnungen wird trotzdem eingestellt.

Berlin. Trotz steigendem Bedarf an altersgerechten Wohnungen wird das Förderprogramm zur Schaffung von seniorentauglichem Wohnraum jetzt eingestellt – aus Geldmangel. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hervor, welche Haus & Grund Rheinland Westfalen vorliegt. Die Grünen hatten sich in ihrer kleinen Anfrage danach erkundigt, wie sich der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum in Deutschland entwickelt und wie das Förderprogramm bisher gelaufen ist.

Die Antwort der Bundesregierung ist eindeutig: Die Ergebnisse des Mikrozensus 2022 zeigten, dass etwa 1,2 Millionen Wohnungen in Deutschland altersgerecht seien. Sie weisen demnach Merkmale wie einen schwellenlosen Zugang zur Wohnung, keine Schwellen in der Wohnung und eine ebenerdige Dusche auf. „Mit strengeren Vorgaben der Barrierefreiheit wie ausreichende Breiten von Türen und Bewegungsflächen existieren rund 1 Million Wohnungen in Deutschland“, schreibt die Bundesregierung.

Altersgerechtes Wohnen: Hoher Bedarf mit steigender Tendenz

Zugleich lebten im Zensusjahr 2022 in Deutschland in etwa 13 Millionen Haushalten Personen im Alter von mehr als 65 Jahren. In 3,5 Millionen dieser Haushalte fanden sich Personen mit Mobilitätseinschränkungen. Demnach liegt der Bedarf an barrierefreien bzw. barrierearmen Wohnungen für Senioren weit über dem vorhandenen Bestand. Zugleich ist absehbar, dass der Bedarf an altersgerechten Wohnungen zukünftig noch weiter ansteigen wird. Allein bis 2035 werden 975.000 Haushalte hinzukommen, schreibt die Bundesregierung.

„Im selben Zeitraum steigt die Zahl der älteren Haushalte mit mobilitätseingeschränkten Personen um knapp 259.000 auf 3,71 Millionen Haushalte“, heißt es zudem in der Antwort auf die kleine Anfrage der Grünen. Angesichts der Bedarfslage verwundert es auch nicht, dass die Bundesregierung das bisherige Förderprogramm für die Schaffung altersgerechten Wohnraums als erfolgreich verbuchen kann: Es habe eine „erhebliche“ Wirkung entfaltet. Das seit 2009 laufende Programm habe bis Dezember 2024 mehr als 350.000 Projekte mit einem Volumen von rund 763 Millionen Euro bewilligt, schreibt die Bundesregierung den Grünen.

Förderprogramm entfällt – Mitgliedervorteil hilft weiterhin

Trotzdem sind die Tage des Förderprogramms gezählt: Die Bundesregierung lässt es auslaufen, für das neue Jahr sind im Haushalt keine Mittel mehr für das KfW-Zuschussprogramm „Altersgerecht Umbauen“ vorgesehen. Die Bundesregierung begründet das in ihrer Antwort an die Grünen mit einem einzigen Satz: „Der Grund hierfür liegt in der Begrenzung der verfügbaren Haushaltsmittel.“ Das erfolgreiche Förderprogramm wird also aus Geldmangel eingestellt. Damit dürften Bedarf und Bestand beim altersgerechten Wohnen sich zukünftig immer weiter auseinanderentwickeln.

Immerhin tröstlich: Wer für die Schaffung von seniorengerechtem Wohnraum eine Mobilitätslösung braucht, der kann als Haus & Grund-Mitglied auch weiterhin von einem Mitgliedervorteil profitieren. Die Mitglieder der Ortsvereine von Haus & Grund Aachen/Alsdorf erhalten dank einer Kooperation mit dem Mobilitätsanbieter Lifta hohe Preisnachlässe für den Einbau von Treppenlift (500 Euro), Hublift (500 Euro) oder Hauslift (1.000 Euro). Wer Interesse hat, kann gebührenfrei direkt bei Lifta anrufen und einen kostenlosen, unverbindlichen Beratungstermin vereinbaren (Tel.: 0800 - 101 25 18) – und dabei gleich auf die Mitgliedschaft bei Haus & Grund Aachen/Alsdorf hinweisen. 

Hier gibt es weitere Informationen zur Lifta-Kooperation.

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