Wiesbaden. Nur 206.600 neue Wohnungen sind in Deutschland im vergangenen Jahr fertiggestellt worden. Das sind 18,0 Prozent weniger als im Vorjahr – das bereits einen Rückgang um 14,4 Prozent gebracht hatte. Damit markiert das Jahr 2025 für den Wohnungsbau den tiefsten Wert seit dem Jahr 2012. Das hat das Statistische Bundesamt heute (22. Mai 2026) mitgeteilt.
Die Entwicklung der Fertigstellungszahlen war dabei letztes Jahr je nach Gebäudetyp unterschiedlich: So kam das Einfamilienhaus mit einem Minus von 23,3 Prozent auf einen überdurchschnittlich schlechten Wert. Nur noch 41.800 Einfamilienhäuser wurden 2025 deutschlandweit gebaut. Mit einem Minus von 21,4 Prozent hatten auch Wohnungen im Zweifamilienhaus einen erheblichen Rückgang auf nur noch 13.800 Einheiten zu verzeichnen.
Beim Mehrfamilienhaus zeigte sich ein Rückgang der neu gebauten Wohnungen um 18,9 Prozent auf nur noch 109.800. Die Zahl fertiggestellter Wohnungen in neuen Wohnheimen sank gegenüber dem Vorjahr um 15,1 Prozent auf 7.200. Damit ergibt sich insgesamt ein Minus von 20 Prozent für neue Wohneinheiten in neu errichteten Wohngebäuden. Deutlich kleiner war das Minus beim Bau neuer Wohnungen in Bestandsgebäuden: Die 30.800 fertiggestellten Wohnungen dieser Art bedeuten ein Minus von gerade mal 1,8 Prozent.
Ostdeutschland deutlich stärker im Minus als der Westen
Um fast ein Drittel eingebrochen ist dagegen die Fertigstellung neuer Wohnungen in neuen Nichtwohngebäuden: Nur noch 3.300 solcher Wohnungen sind 2025 gebaut worden, was einen Rückgang um 31,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. „In der regionalen Betrachtung zeigt sich, dass die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen in Wohngebäuden im Jahr 2025 im Osten prozentual mehr als doppelt so stark zurückging wie im Westen“, berichtet das Statistische Bundesamt.
So wurden in Westdeutschland im letzten Jahr 16,7 Prozent weniger Neubauwohnungen fertiggestellt als im Vorjahr, im Osten waren es dagegen 34,4 Prozent. Dazu ergänzt das Statistische Bundesamt: „Besonders deutlich war der Unterschied bei Mehrfamilienhäusern: Während im Jahr 2025 im Westen 13,9 Prozent oder 15.000 weniger Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern fertiggestellt wurden, waren es im Osten 38,3 Prozent oder 10.600 Wohnungen weniger als im Vorjahr.“
Private Bauherren mit stärkstem Rückgang
Interessant ist auch die Aufschlüsselung nach Bauherrschaft: So gab es den mit Abstand größten Rückgang bei den Fertigstellungen bei privaten Bauherren zu beobachten: 23,7 Prozent betrug das Minus im Vorjahresvergleich. Bei den Unternehmen sank die Fertigstellungszahl um 17,8 Prozent, bei Trägern der öffentlichen Hand um 15,6 Prozent. Lediglich Organisationen ohne Erwerbszweck kamen auf ein kleines Plus von 1,7 Prozent.
Mit gerade mal 2.900 fertiggestellten Einheiten sind diese Bauherren allerdings ebenso wie die öffentliche Hand mit 7.900 Fertigstellungen weit davon entfernt, einen signifikanten Beitrag zum Neubau zu leisten. Zum Vergleich: Unternehmen errichteten letztes Jahr 89.500 neue Wohnungen, Privatpersonen trotz des großen Rückgangs immer noch 72.300 Stück. Die hohe Bedeutung dieser Bauherren lässt ihr hohes Minus besonders schwer ins Gewicht fallen.
Neue Wohnungen immer kleiner
Nicht nur die Zahl der neuen Wohnungen ist stark gesunken, auch ihre Größe nimmt ab. Hatte die durchschnittliche Neubauwohnung im Jahr 2007 noch eine Wohnfläche von 116,4 Quadratmetern, waren es im letzten Jahr nur noch 95,2 Quadratmeter. Dieser seit dem Jahr 2007 anhaltende Trend zu kleineren Wohnungen dürfte maßgeblich in den stark gestiegenen Baukosten begründet sein.
Der Bauüberhang – also die Zahl der bereits genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohneinheiten – ist im letzten Jahr ungefähr auf dem Vorjahresniveau geblieben. Die amtliche Statistik beziffert den Bauüberhang für 2025 mit 760.700 Wohnungen, im Vorjahr waren es 759.700 gewesen. Davon waren immerhin 307.200 Wohnungen bereits im Bau, bei 158.600 davon war der Rohbau bereits fertiggestellt.
Trauriger Rekord bei verfallenen Baugenehmigungen
Allerdings darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Umsetzung von Bauprojekten immer länger dauert: Von der Erteilung der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung vergingen bei den 2025 fertiggestellten Wohnungen sage und schreibe 27 Monate. Im Vorjahr waren es 26 Monate gewesen, im Jahr 2020 waren es noch 20 Monate. Die Bauzeit hat sich also innerhalb von fünf Jahren um mehr als ein halbes Jahr verlängert.
Zugleich sind im Jahr 2025 so viele Baugenehmigungen erloschen wie seit 2002 nicht mehr: 35.700 Baugenehmigungen verfielen letztes Jahr, rund ein Viertel mehr als im Vorjahr und um die Hälfte mehr als in den Jahren 2022 und 2023. „Zur Zahl der im Bauüberhang enthaltenen Bauvorhaben, deren Genehmigung zwar noch nicht erloschen sind, die aber nicht mehr weiterverfolgt werden, liegen keine Informationen vor“, ergänzt das Statistische Bundesamt.
