Düsseldorf. Die Zahl der Blitzschäden in Deutschland ist im letzten Jahr erneut zurückgegangen. Insgesamt registrierten die deutschen Versicherer im Jahr 2019 mit 210.000 Blitzschäden den niedrigsten Wert seit 20 Jahren. Das hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jüngst mitgeteilt. Zugleich sank auch die Höhe der Schäden, die insgesamt durch Blitzeinschlag verursacht wurden.
So mussten die deutschen Hausratversicherungen und Wohngebäudeversicherungen im letzten Jahr insgesamt Schäden in Höhe von rund 200 Millionen Euro begleichen. Das sind 40 Millionen Euro weniger als im Vorjahr und bedeutet zugleich den tiefsten Stand seit dem Jahr 2013. Diese Zahlen mit Stand vom Juli 2020 zeigen jedoch nur eine Seite der Medaille. Denn die Höhe der Schadenssumme sinkt seit Jahren nicht so stark wie die Anzahl der Schadensereignisse.
Smarte Elektronik macht Blitzschäden immer teurer
Der Grund: Der einzelne Blitzschaden wird immer teurer. Im Durchschnitt kostete ein Schaden durch Blitzeinschlag im letzten Jahr in Deutschland 970 Euro. Das ist der höchste Wert seit 1998. Der Grund liegt in der immer moderneren technischen Ausstattung der Haushalte. Einerseits ist immer mehr Haushalts- und Unterhaltungselektronik vorhanden, die durch Blitze beschädigt werden kann. Andererseits wird zunehmend elektronische Haustechnik verbaut.
Besonders die Reparatur bzw. Erneuerung von teuren Steuergeräten für Heizungsanlagen und Rollläden fällt nach Angaben der Versicherer immer mehr ins Gewicht. Für solche fest eingebauten elektrischen Installationen kommt im Schadensfall die Wohngebäudeversicherung auf – genauso wie für Schäden an Dach oder Mauerwerk. Wenn der Blitz bewegliche Gegenstände der Bewohner wie Fernseher oder Computer zerstört, springt dagegen die Hausratversicherung ein.
