Düsseldorf/Aachen. Eine teilweise Übertragung der Heizkosten der Mieter auf die Vermieter würde die Energiewende im Wohnungssektor hemmen und zu höheren Mieten führen. Davor warnt der Vermieterverband Haus & Grund. „Der Kompromiss, der sich hier offenbar zwischen CDU und SPD anbahnt, wäre eine Abkehr vom Verursacherprinzip“, kritisiert Prof. Dr. Peter Rasche die Pläne. Der Vorstandsvorsitzende von Haus und Grund Aachen sagt: „Erfahrungsgemäß heizen Mieter in modernisierten Wohnungen weniger sparsam. Der Effekt würde verstärkt und auf nicht modernisierte Wohnungen ausgeweitet, wenn die Mieter nicht mehr ihre vollen Heizkosten selbst tragen müssten.“
Zahlten die Mieter dagegen die vollen Heizkosten selbst, würden sie bei der Wohnungssuche verstärkt Objekte mit gutem energetischem Zustand und entsprechend geringen Heizkosten bevorzugen. „Vermieter müssen dann modernisieren, um am Markt weiterhin Mieter finden und angemessene Mietpreise erzielen zu können“, erklärt Tobias Hundeshagen den Zusammenhang. Der Geschäftsführer von Haus und Grund Aachen stellt allerdings fest: „Wenn jetzt ausgerechnet die Vermieter, die noch größeren Modernisierungsbedarf haben, an den Heizkosten der Mieter beteiligt werden, nimmt man ausgerechnet ihnen das Kapital für die nötigen Modernisierungsmaßnahmen weg.“
In der Folge bleibe den Vermietern nicht viel anderes übrig, als hohe Modernisierungsmieterhöhungen zu verlangen. „Das käme für viele Mieter unter dem Strich teurer, als ihre vollen Heizkosten selbst zu tragen“, warnt Hundeshagen. Die Union sei daher gut beraten, den populistischen Vorschlägen der SPD nicht nachzugeben und von einem nicht zu Ende gedachten Kompromiss Abstand zu nehmen.
