Wiesbaden. Der Neubau von Wohnungen ist in Deutschland auch im vergangenen Jahr weit hinter dem Ziel von 400.000 neuen Wohnungen im Jahr zurückgeblieben. Zum 31. Dezember 2025 gab es in Deutschland rund 44 Millionen Wohnungen und damit nur 196.000 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Zuwachs von gerade einmal 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt heute (16. Juli 2026) in seiner Auswertung zum Wohnungsbestand in Deutschland mitgeteilt hat.
Demnach ist der Wohnungsbestand in den letzten 10 Jahren um 2,5 Millionen Wohnungen gewachsen, was eine Zunahme von 6,0 Prozent bedeutet. Die häufigste Wohnform ist die Wohnung im Mehrfamilienhaus: Mit 23,6 Millionen solcher Objekte macht diese Gruppe 54,9 Prozent aller Wohneinheiten in Deutschland aus. Insgesamt gab es letztes Jahr etwa 3,5 Millionen Mehrfamilienhäuser in Deutschland, die statistisch gesehen über je 6,7 Wohnungen verfügten.
Durchschnittswohnung immer größer
Knapp ein Drittel – 31,3 Prozent – der Wohneinheiten in Deutschland waren 2025 Einfamilienhäuser, insgesamt 13,5 Millionen Stück. Zudem gab es insgesamt etwa 2,8 Millionen Zweifamilienhäuser, deren Wohnungen auf einen Anteil von 12,8 Prozent am Gesamtbestand kamen. Wohnheime machten derweil 1 Prozent des Gesamtbestands aus, rund 400.000 Wohneinheiten etwa für Studenten, Flüchtlinge oder Obdachlose zählte die amtliche Statistik letztes Jahr in Deutschland.
Während sich 98 Prozent der Wohnungen bundesweit in Wohngebäuden befanden, verzeichnete die Statistik 2 Prozent der Wohnungen – 890.000 Stück – in Nichtwohngebäuden. „Hierunter fallen zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen“, schreibt das Statistische Bundesamt erklärend hierzu. Die Statistik zeigt außerdem, dass die Wohnungen in Deutschland nach wie vor verhältnismäßig groß sind.
So war die Durchschnittswohnung in Deutschland letztes Jahr 94 Quadratmeter groß und hatte 1,9 Bewohner. Damit standen den Menschen in Deutschland letztes Jahr im Schnitt 49,5 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Hier ist ein weiterer Anstieg zu beobachten: In den letzten zehn Jahren hat die durchschnittliche Wohnfläche in Deutschland um 2,4 Quadratmeter (2,6 Prozent) zugenommen. Die Wohnfläche pro Kopf ist zugleich um 3,3 Quadratmeter gestiegen, was ein Plus von 7,1 Prozent bedeutet.
Große Wohnungen dominieren im Bestand
Auch nach der Zimmerzahl betrachtet sind größere Wohnungen in Deutschland häufig: Bei einem guten Viertel des deutschen Wohnungsbestands (25,8 Prozent) handelt es sich um Vierzimmerwohnungen. Die Dreizimmerwohnung ist mit 23,1 Prozent ähnlich häufig anzutreffen. Fast jede zweite Wohnung in Deutschland hat also drei oder vier Zimmer. Mit einem Anteil von 16,3 Prozent sind auch Fünfzimmerwohnungen noch relativ häufig anzutreffen.
Wohnungen mit sechs Zimmern kommen auf einen Anteil von 9,6 Prozent am Gesamtbestand, wohingegen 10,6 Prozent der Wohnungen in Deutschland sogar über 7 und mehr Zimmer verfügen. Ganz anders sieht es am unteren Ende des Spektrums aus: Die Einzimmerwohnung kommt auf einen Anteil von nur 3,7 Prozent, die Zweizimmerwohnung auf 10,9 Prozent. Nicht berücksichtigt sind in der Statistik allerdings der Wohnungsleerstand sowie die Frage, wie sich der Wohnraum auf die Bevölkerung verteilt (etwa nach der Haushaltsgröße).
