Erste Bauaufsichtsbehörde in NRW bietet voll digitalisiertes Antragsverfahren

Schon seit einigen Jahren arbeitet das Land NRW daran, die Baugenehmigungsverfahren im Land zu digitalisieren. Bauanträge sollen dadurch einfacher und schneller zur Genehmigung gelangen. Auf dem Weg zu diesem Ziel hat das Land jetzt einen weiteren Meilenstein erreicht: Die Kommunikationsplattform für die Antragsverfahren ist jetzt einsatzbereit.

Düsseldorf. Die Digitalisierung der Baugenehmigungsverfahren in NRW hat einen weiteren Meilenstein erreicht: Das Bauportal Nordrhein-Westfalen, über welches die digitalen Bauanträge laufen, ist jetzt um eine Kommunikationsplattform ergänzt worden. „Die Kommunikationsplattform läuft“, konnte NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) gestern (12. Januar 2026) vermelden. Sie unterstrich die Bedeutung dieser Errungenschaft: „Durch diese Erweiterung können jetzt auch beispielsweise Rückfragen, Antworten und der gesamte weitere Austausch direkt digital erfolgen.“

Bis zur Einsatzbereitschaft geführt hatte das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung die Kommunikationsplattform in den letzten Monaten gemeinsam mit der E-Government-Behörde d-NRW und dem Kreis Steinfurt. Der Landkreis im Norden von NRW hat damit jetzt die erste Untere Bauaufsichtsbehörde im Land, die voll digitalisierte Bauantragsverfahren im Sinne einer Ende-zu-Ende-Digitalisierung medienbruchfrei umsetzen kann. Dabei soll es aber nicht bleiben: „Die Kommunikationsplattform wird jetzt auf weitere Untere Bauaufsichtsbehörden ausgerollt“, kündigte Ministerin Scharrenbach an.

NRW digitalisiert Bauantragsverfahren vollständig

Sie dankte dem Kreis Steinfurt für die geleistete Pionierarbeit. Die Anbindung an die Kommunikationsplattform habe komplexe Anforderungen an Organisation und Technik vor Ort gestellt. Hintergrund: Das Bauportal Nordrhein-Westfalen ist nach Angaben des NRW-Bauministeriums bereits seit dem Jahr 2024 in einem überarbeiteten Design in mittlerweile 71 Unteren Bauaufsichtsbehörden produktiv im Einsatz. Es erlaubt Bauherren, Architekten und sonstigen Bauvorlageberechtigten, ihre Bauanträge online komplett digital einzureichen. Dabei unterstützen digitale Antragsassistenten.

Allerdings ist ein Bauantragsverfahren mit dem Einreichen des Bauantrags selten direkt erledigt. Vielmehr folgt in der Regel ein Austausch zwischen Behörde und Antragsteller, zum Beispiel über eventuell nachzureichende Dokumente. Dieser Dialog kann jetzt mit der neuen Kommunikationsplattform ebenfalls vollständig digitalisiert werden, was die Handhabung für alle Beteiligten erleichtern und beschleunigen soll. „Weniger Papier, weniger Wege, mehr Transparenz. Gleichzeitig kann die Kreisverwaltung ihre Prozesse modernisieren: Die Bearbeitung wird effizienter, ortsunabhängig und ressourcenschonender“, schreibt das zuständige NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung hierzu.

Mit dem Kommunikationsportal hat NRW nicht das Rad neu erfunden, sondern eine Lösung adaptiert, die vom Land Mecklenburg-Vorpommern bereits entwickelt worden war. Die E-Government-Behörde d-NRW bindet im Auftrag des NRW-Bauministeriums derzeit die Unteren Bauaufsichtsbehörden im Land in Wellen an das Bauportal Nordrhein-Westfalen an. „Den Unteren Bauaufsichtsbehörden obliegt dabei die Entscheidung, ob die Anbindung mit oder ohne Kommunikationsplattform erfolgt“, stellt das Ministerium hierzu klar.

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