Wiesbaden. Die Zahl der Photovoltaik-Anlagen auf deutschen Dächern und Grundstücken wächst weiter – allerdings nicht mehr ganz so stark wie in den letzten Jahren. Das zeigt eine Jahresbilanz zur Solarenergie, welche das Statistische Bundesamt jetzt vorgelegt hat. Demnach gab es zum Ende des Jahres 2025 in Deutschland insgesamt 4,8 Millionen PV-Anlagen mit einer Nennleistung von zusammen 106.200 Megawatt. Damit ist die Zahl der PV-Anlagen im Jahr 2025 um 17,6 Prozent und die installierte Leistung um 11,8 Prozent gestiegen – ein Jahr zuvor waren es insgesamt noch rund 4 Millionen Solaranlagen gewesen.
Allerdings hatte die amtliche Statistik für das Jahr 2024 noch eine Zunahme Solaranlagen um 27,7 Prozent festgestellt, 2023 lag der Zubau bei 27,3 Prozent. Die Zahl der PV-Anlagen in Deutschland hatte im Jahr 2018 noch rund 1,7 Millionen betragen, war dann langsam auf 2,4 Millionen im August 2022 angewachsen. Nach diesem Wachstum von rund 41 Prozent in guten 4,5 Jahren kam dann der Boom: In den rund 3,5 Jahren von August 2022 bis Ende 2025 hat sich die Zahl der PV-Anlagen in Deutschland auf 4,8 Millionen verdoppelt (+100 Prozent). Dieser Boom scheint nun wieder abzuflauen.
Balkonkraftwerke in Statistik ausgeklammert
In diesen Zahlen erfasst die amtliche Statistik allerdings nur solche PV-Anlagen, welche ihren erzeugten Strom auch ins öffentliche Netz einspeisen können und dabei über einen eigenen Stromzähler die Einspeisemenge erfassen, so dass eine Einspeisevergütung gezahlt werden kann. Sprich: Die bei Mietern und Wohnungseigentümern zunehmend beliebten Balkonkraftwerke, welche dem Eigenbedarf dienen, sind in dieser Statistik in der Regel nicht erfasst. Angesichts des starken Zubaus von Balkonkraftwerken (wir berichteten) wächst die Solarenergieerzeugung in Deutschland also noch stärker, als die amtliche Statistik es zeigt.
Das Statistische Bundesamt liefert zugleich auch Zahlen zur Stromeinspeisung: Demnach hatten im Jahr 2023 rund 2 Millionen Haushalte Einnahmen aus der Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz. Das sind 4,9 Prozent aller Privathaushalte. Im Jahr 2018 waren es noch 1,2 Millionen Haushalte gewesen, was einen Anteil von 2,9 Prozent an der Gesamtzahl der deutschen Haushalte ausmachte. Während die Zahl der Haushalte, die mit Solarstrom Geld verdienen, also erheblich gewachsen ist, sind die Einnahmen aus der Stromproduktion der Haushalte rückläufig.
Sinkende Einnahmen aus Einspeisung von Solarstrom
Im Schnitt nahm der deutsche Einspeiserhaushalt im Jahr 2023 im Monat 153 Euro durch die Einspeisung von Solarstrom ein. Das waren 37 Prozent weniger als noch im Jahr 2018. Damals kam der durchschnittliche Haushalt noch auf 243 Euro. Grund für diese Entwicklung ist die Tatsache, dass die Einspeisevergütung gesunken ist, welche die Haushalte für jede ins Netz gelieferte Kilowattstunde erhalten. Das hat der Gesetzgeber im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für neuinstallierte PV-Anlagen so geregelt. Daher wird es wirtschaftlich immer sinnvoller, den selbst erzeugten Solarstrom selbst zu verbrauchen.
Zugleich zeigt die Auswertung des Statistischen Bundesamts, dass der Solarzubau in Deutschland fast gänzlich von chinesischen Importen abhängig ist. Die deutsche Produktion von Solarmodulen ist im letzten Jahr 60,6 Prozent gefallen – schon im Jahr davor hatte es einen Rückgang um 56,2 Prozent gegeben. Waren im Jahr 2023 in Deutschland noch rund 3,5 Millionen PV-Module hergestellt worden, sind es 2025 nur noch 509.200 Stück gewesen.
Nur noch 358 Millionen Euro verdienten deutsche Unternehmen 2025 mit dem Export von Solarmodulen, 30,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich importierte Deutschland letztes Jahr PV-Module im Wert von 1,8 Milliarden Euro (7,8 Prozent weniger als im Vorjahr). Dabei kamen 88,0 Prozent der importierten Solarmodule aus der Volksrepublik China. Das zweitwichtigste Lieferland waren die Niederlande, welche auf einen Anteil von 5,2 Prozent an den deutschen Importen kamen.
