Mülheim an der Ruhr. Der Landesverband Haus & Grund Rheinland Ruhr hat am Samstag (13. Juni 2026) in der Stadthalle Mülheim an der Ruhr einen glanzvollen Landesverbandstag begangen. Rund 600 Gäste feierten Jubiläum und Premiere zugleich: „Einerseits ist es der 111. Geburtstag unseres Landesverbands – der wurde nämlich am 13. Juni 1915 in Köln gegründet. Happy Birthday!“, freute sich Landesverbandspräsident Walter Eilert, der die Eröffnungsrede hielt. „Andererseits ist es der erste Landesverbandstag unter unserem neuen Namen: Haus & Grund Rheinland Ruhr. Am 7. Mai ist die Verschmelzung von Haus & Grund Rheinland Westfalen und Haus & Grund Ruhr in das Vereinsregister Düsseldorf eingetragen worden. Nach mehr als einem Jahrhundert wächst nun zusammen, was zusammengehört.“
Eilert dankte allen Beteiligten, die sich für die Verschmelzung engagiert hatten, sehr herzlich. Dabei verwies er auf die vielen ehrenamtlichen Mitwirkenden – nicht nur im Präsidium und im Vorstand des Landesverbandes, sondern auch in den vielen Ortsvereinen, aus denen die Stärke der Organisation Haus & Grund erwächst, wie Eilert es formulierte. Das Ehrenamt sei eine wesentliche Stütze des zivilgesellschaftlichen Lebens in unserem Land. „Gerade in den kleineren Vereinen ermöglicht das ehrenamtliche Wirken von Vereinsmitgliedern erst den Betrieb der Geschäftsstelle als Beratungsort und Anlaufstelle. Ihnen allen gilt meine höchste Anerkennung und ich danke Ihnen im Namen unseres Landesverbandes sehr herzlich für Ihren unermüdlichen Einsatz“, betonte Eilert.
In Zeiten der Energiewende im Gebäudesektor sei Haus & Grund besonders gefragt – als Berater für die Eigentümerinnen und Eigentümer genauso wie als politischer Interessenvertreter. „Sie werden bemerkt haben, dass ich von Umbau und Modernisierung gesprochen habe und nicht von Sanierung. Und das hat einen gewichtigen Grund: Der Gebäudebestand unserer Mitglieder ist nämlich in einem guten Zustand“, stellte Eilert fest. „Diese Gebäude müssen nicht saniert werden! Von uns werden somit Baumaßnahmen erwartet, die einzig und allein das Klima schützen sollen. Das ist auch richtig so. Was aber falsch läuft ist die Kostenverteilung.“ Eilert sandte der Politik eine klare Botschaft: „Hier werden Lasten, die die gesamte Gesellschaft tragen müsste, zu sehr auf die Schultern der Eigentümer und Eigentümerinnen, also unserer Mitglieder, verlagert.“
Karl-Josef Laumann (CDU) redet Klartext und erfährt viel Zustimmung
Die Festrede hielt einer der beliebtesten CDU-Politiker des Landes: Der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann, sprach zum Thema „Wohnen als soziale Frage“. Er berichtete über seine Erfahrungen aus einer kürzlich erfolgten, behördenübergreifenden Razzia in Problemimmobilien: „Kaum ein vorhandenes Badezimmer. Keine eingebaute Küche. Die Leute kochen mit primitivsten Kochgeräten auf dem Boden. Keine Betten, Kinder liegen auf Matratzen“, beschrieb Laumann die Zustände vor Ort. „Und da sage ich Ihnen ganz offen: Die Menschen, die in diesen Häusern wohnen, das sind nicht die Kriminellen. Die Kriminellen sind diejenigen, die diese Leute holen, Mini-Arbeitsverträge geben, Riesenmieten abkassieren und das alles mit den Bürgergeldämtern abrechnen.“
Das könne sich eine Gesellschaft nicht gefallen lassen, stellte Laumann fest. Er erntete stürmischen Beifall für seine Kampfansage an den Sozialbetrug – zumal er auch darauf hinwies, dass auch Problemimmobilien die Wertentwicklung von Immobilien im ganzen Quartier schmälern können. Mit Blick auf seine Erfahrungen beim Vorgehen gegen die Problemimmobilien resümierte Laumann: „Dass dann auch noch Leute sagen, wir hätten keine Zuwanderung in die sozialen Sicherungssysteme, da habe ich den Eindruck, die fahren mit ziemlich dicker Sonnenbrille durch die Gegend und nehmen die Wahrheit nicht mehr wahr.“ Die schonungslose Analyse der Realität kam bei den Zuhörern gut an. Dabei sparte Laumann keinen seiner politischen Zuständigkeitsbereiche aus. Planbarkeit und Sicherheit sei wichtig für die Bürgerinnen und Bürger.
Der Staat müsse deshalb sich, seine Demokratie und Freiheit, verteidigen und im Innern für Recht und Ordnung sorgen können. Funktionierende Polizei und Justiz seien wichtig. Aber eben auch soziale Sicherheit. Laumann skizzierte daher, wie er Gesundheitswesen und Rente für die Zukunft funktionsfähig und finanzierbar halten möchte. „Ich will ein erreichbares, qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem für die gesamte Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen, wo ich die Verantwortung trage.“ Er sprach sich in diesem Zusammenhang für das Primärarzt-System aus, dass den Facharztbesuch an eine Überweisung vom Hausarzt knüpft. Bei der Rente plädierte er dafür, die Lebensarbeitszeit zu verlängern, wo es geht: „Wir müssen wieder eher anfangen. Man muss nicht bis 30 studieren. Und wir müssen in der Lage sein, für die Berufe, wo es möglich ist, auch zu einer längeren Lebensarbeitszeit am Ende des Arbeitslebens zu kommen.“ Eine Botschaft, die gut ankam.
Haus & Grund Rheinland Ruhr: Zum 111. Geburtstag mit gestärkten Kräften
Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland Ruhr, stellte den Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025-2026 vor. Dabei bildete die erfolgreiche Umsetzung der Verschmelzung natürlich einen Schwerpunkt. Amaya betonte die Dimensionen des hierdurch entstandenen Landesverbands: „Zwei Drittel aller Haus & Grund Mitglieder in Nordrhein-Westfalen sind bei uns, bei Haus & Grund Rheinland Ruhr, vereint. Uns fehlen nur 1.323 Mitglieder, um der größte Haus & Grund Landesverband in ganz Deutschland zu sein.“ Lediglich der bayerische Landesverband ist noch etwas größer. Doch Amaya zeigte sich zuversichtlich, den kleinen Rückstand wett zu machen: „Es kann nicht sein, dass Bayern immer Tabellenführer ist!“ Zugleich zeigte er die Größenverhältnisse mit einem eindrucksvollen Vergleich auf: „Wir von Haus & Grund Rheinland Ruhr haben mehr Mitglieder als CDU und Grüne und auch mehr Mitglieder als SPD, Grüne und FDP zusammen.“
Entsprechend unüberhörbar ist die Stimme des Landesverbandes in Politik und Öffentlichkeit – das zeigte der Überblick über das Geschäftsjahr. So konnte durch den Einsatz des Landesverbandes eine Reform der NRW-Bauordnung erreicht werden, die das Bauen erheblich vereinfachen und günstiger gestalten kann. So werden alle teuren, aber nicht sicherheitsrelevanten DIN-Normen künftig nicht mehr bauordnungsrechtlich vorgeschrieben, eine Oldtimer-Regelung erleichtert den Ausbau von Bestandsgebäuden und der Digital-First-Ansatz beschleunigt Baugenehmigungsverfahren. Auch auf eine große Zahl an Interviews in Presse, Funk und Fernsehen konnte Amaya zurückblicken – erst wenige Tage zuvor hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über Buntmetalldiebstähle aus Wohngebäuden berichtet.
Warnecke analysiert die aktuelle Lage in der Bundespolitik
Der Präsident von Haus & Grund Deutschland, Dr. Kai Warnecke, analysierte in seinem Grußwort die aktuelle bundespolitische Lage im Bereich Bauen und Wohnen. Die Abschaffung des sogenannten Heizungsgesetzes der Ampel-Regierung befürwortete er. Der Wegfall kleinteiliger Vorschriften für Hauseigentümer sei kein Problem. Angesichts der schon binnen 18 Jahren zu erreichenden Klimaneutralität müssten Eigentümer sowieso auf erneuerbare Heiztechnologien setzen. Zur Auswahl empfahl Warnecke den Eigentümern, sich bei der Planung ihrer zukünftigen Beheizung an der Wärmeplanung der Kommune zu orientieren: „Gucken Sie, mit welcher Energie Sie in Zukunft versorgt werden. Gucken Sie sich Ihr Gebäude an. Gönnen Sie sich eine Energieberatung über Haus & Grund oder die Verbraucherzentralen und dann wissen Sie alles, was sie wissen müssen.
Zugleich kritisierte Warnecke, dass mit der neuen Heizungsgesetzgebung der Versuch unternommen werden soll, noch weitergehenden Mieterschutz zu betreiben. Die geplante Verschiebung von Modernisierungskosten zu Lasten der Eigentümer kritisierte er als unbegründet: „Wenn Mietern und Eigentümern hier irgendwie unkalkulierbare Kosten drohen, dann liegt das an der völlig verkorksten Energiepolitik, die wir hier in Deutschland haben und vor der müssen alle Bürgerinnen und Bürger geschützt werden, auch Eigentümerinnen und Eigentümer. Einen speziellen Mieterschutz, wie jetzt vorgeschlagen, den brauchen wir definitiv nicht.“ Auch den Vorschlag von Lars Klingbeil (SPD), durch eine neue, bundeseigene Wohnungsbaugesellschaft für mehr Wohnraum zu sorgen, kritisierte Warnecke mit Blick auf die langjährigen, erfolglosen Versuche der bundeseigenen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) auf diesem Gebiet.
Um die Bedeutung der privaten Investoren durchaus bewusst zeigte sich der Erste Bürgermeister der Stadt Mülheim an der Ruhr, Markus Püll (CDU), in seinem Grußwort. „Bezahlbarer Wohnraum ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Stadt“, betonte er und zeigt sich überzeugt: „Für die Lösung müssen öffentliche und private Akteure an einem Strang ziehen.“ Mülheimer Lokalkolorit erhielt der Landesverbandstag auch durch das Schlusswort: Traditionell sprach es der Vorsitzende des gastgebenden Ortsvereins. Thomas Michael Wessel von Haus & Grund Mülheim an der Ruhr zeigte sich glücklich über die erfolgreiche Verschmelzung und dankte allen Beteiligten für den gelungenen Landesverbandstag.
Politische Töne treffen auf musikalische Unterhaltung
Neben Informationen und großer Politik war beim Festakt auch für beste Unterhaltung gesorgt. Das Sound-Orchester Burgthann unter der Leitung von Erhard Feil begleitete den Abend mit bekannten musikalischen Highlights der TV-Geschichte. Die Medleys umfassten die Titelmelodien von Serien-Klassikern wie Dallas, Derrick, A-Team, Ein Fall für zwei oder Kojak. Aber auch Klassiker des Kinderfernsehens von Pippi Langstrumpf über die Gummibärenbande bis hin zum Lummerland-Lied waren mit dabei. Hinzu kamen Show-Klassiker wie die Pyramide oder „Musik liegt in der Luft“.
Die Medleys spielte das 60-köpfige Orchester synchron zu den passenden TV-Ausschnitten auf der Großbildleinwand und einer tollen Lichtshow. Die Besucher konnten sich vor und nach dem Festakt im Aussteller-Parcours über die neuesten Trends, Produkte und Dienstleistungen rund um die eigene Immobilie informieren. Dazu gab es einen Sektempfang und ein Fingerfood-Buffet, auf dem auch der Ruhrpott-Klassiker Currywurst nicht fehlen durfte. Ein Angebot, das gerne angenommen wurde. „Der Landesverbandstag war eine rundum gelungene Veranstaltung“, freute sich Landesverbandspräsident Walter Eilert am Ende.
Mitgliederversammlung stellt Vorstand breit auf
Begonnen hatte der Landesverbandstag wie immer schon gegen Mittag mit der Mitgliederversammlung von Haus & Grund Rheinland Ruhr. Im Zuge der am 7. Mai 2026 vollendeten Verschmelzung war auch eine angepasste Satzung in Kraft getreten, welche ein vergrößertes Präsidium sowie einen vergrößerten Landesverbandsvorstand vorsieht. So kam der Mitgliederversammlung in diesem Jahr die Aufgabe zu, Präsidium und Landesverbandsvorstand neu zu wählen.
Ergänzend zu den bereits amtierenden Präsidiumsmitgliedern Walter Eilert (Bottrop, Präsident), Dr. Johann Werner Fliescher (Düsseldorf, Vizepräsident), Luzie Pingen (Kerpen, Schatzmeisterin) und Dr. Thomas Gutknecht (Leverkusen) wählte die Versammlung Dr. Oliver Thiemann (Essen) sowie Thomas Michael Wessel (Mülheim an der Ruhr) zu weiteren Mitgliedern des Präsidiums.
In den Landesverbandsvorstand wählten die Mitglieder für den Regierungsbezirk Arnsberg Joachim Krebs (Bochum-Stiepel). Für den Regierungsbezirk Düsseldorf wurden gewählt: Roman Bühner-Lomberg (Krefeld), Dr. Heiner Kaumanns (Neuss), Hans Hermann Lücke (Wuppertal), Henner Sander (Moers) und Max Schunke (Solingen-Ohligs). Für den Regierungsbezirk Köln wählten die Mitglieder Anton Bausinger (Köln), Prof. Dr. Dr. Peter Rasche (Aachen), Volker Steffen (Waldbröl), und Bettina Wisniewski (Bergisch Gladbach) in den Landesverbandsvorstand.
Der neu gewählte Landesverbandsvorstand. Obere Reihe (v.l.): Dr. Heiner Kaumanns, Hans Hermann Lücke, Prof. Dr. Dr. Peter Rasche, Dr. Jens Wengeler, Dirk Rütten, Josef Könitz, Henner Sander. Mittlere Reihe (v.l.): Johannes Gastreich, Max Schunke, Sabine Thiel, Dr. Johann Werner Fliescher, Andreas Noje, Rolf Kerckhoff, Joachim Krebs. Untere Reihe (v.l.): Thomas Michael Wessel, Dr. Thomas Gutknecht, Dr. Oliver Thiemann, Walter Eilert, Erik Uwe Amaya, Luzie Pingen, Bettina Wisniewski.
Für den Regierungsbezirk Münster wurden Rolf Kerckhoff (Gelsenkirchen), Sabine Thiel (Münster) und Dr. Jens Wengeler (Castrop-Rauxel) zu Mitgliedern des Landesverbandsvor-stands gewählt. Dirk Rütten vom Verband bergbaugeschädigter Haus- und Grundbesitzer (VBHG), welcher außerordentliches Mitglied im Landesverband ist, wurde als beratendes Mitglied in den Landesverbandsvorstand gewählt. Die langjährigen, bisherigen Vorstandsmit-glieder Johannes Gastreich (Eschweiler) sowie Josef Könitz (Dinslaken) wurden von der Mitgliederversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Der erfolgreiche und harmonische Landesverbandstag 2026 war für den Landesverband ein würdiger Abschluss des Jahres und zugleich der Auftakt für ein hoffentlich genauso erfolgreiches Geschäftsjahr 2026-2027.
Viele weitere Impressionen vom Landesverbandstag 2026 finden Sie hier.
Den Festakt können Sie sich in Kürze in voller Länge auf unserem Youtube-Kanal ansehen.
Jetzt schon für den Landesverbandstag 2027 vormerken lassen!
Viele Teilnehmer waren so begeistert von der Veranstaltung, dass sie sich mit den bereitliegenden Formularen gleich für das nächste Jahr haben vormerken lassen. Wann und wo der Landesverbandstag 2027 stattfindet, wird noch bekannt gegeben. Die vorgemerkten Teilnehmer erfahren es als Erste und erhalten eine direkte Einladung per E-Mail. Wer sich ebenfalls schon jetzt seinen Platz sichern möchte und auf dem Landesverbandstag die Gelegenheit dazu verpasst hat, kann sich gleich hier online anmelden.
