Mehr als 3,5 Millionen Menschen in NRW leben allein

Der Einpersonenhaushalt ist in NRW längst der häufigste Haushaltstyp – während größere Haushalte nur noch selten vorkommen. Diese Realität schreibt sich fort, wie aktuelle Zahlen der amtlichen Statistik zeigen. Die Zahl der kleinen Haushalte liegt weiterhin auf sehr hohem Niveau – was eine hohe Nachfrage nach Wohnungen mit sich bringt, vor allem in den Großstädten.

Düsseldorf. Der Einpersonenhaushalt ist in Nordrhein-Westfalen die häufigste Haushaltsform: Insgesamt leben 3,53 Millionen Menschen in NRW allein. Damit kommt der Einpersonenhaushalt auf einen Anteil von 40,3 Prozent an den insgesamt 8,69 Millionen Haushalten im Land. Das hat das Statistische Landesamt IT.NRW mitgeteilt. Die Zahlen entstammen einer Auswertung des Mikrozensus 2025. Demnach machte der Zweipersonenhaushalt mit 33,6 Prozent ziemlich genau ein Drittel der NRW-Haushalte aus.

Größere Haushalte sind dagegen eine Seltenheit geworden. Nur in 12 Prozent der NRW-Haushalte leben drei Personen. Der Vierpersonenhaushalt kommt auf einen Anteil von 9,5 Prozent. Noch größere Haushalte mit fünf oder mehr Angehörigen machen dagegen nur 4,2 Prozent der Haushalte im Land aus. All diese Zahlen verstehen sich landesweit betrachtet – die Verteilung der einzelnen Haushaltstypen weist allerdings deutliche regionale Unterschiede auf, wie die Auswertung aufzeigt.

Alleinlebende in Großstädten besonders häufig

„Mit zunehmender Gemeindegröße steigt tendenziell auch der Anteil an Haushalten, in denen nur eine Person lebt“, stellt IT.NRW hierzu fest. „In kleineren Gemeinden mit einer Bevölkerung bis unter 20.000 bestand mit 32,9 Prozent knapp ein Drittel der Haushalte aus nur einer Person. In Städten ab 200.000 Einwohnerinnen und Einwohnern lag dieser Anteil dagegen bei mehr als 46 Prozent.“ Das liegt nicht an den in Großstädten häufigen Zweitwohnsitzen von Berufsfernpendlern: Die Statistik erfasst nur Hauptwohnsitzhaushalte.

Den landesweit höchsten Anteil von Einpersonenhaushalten fanden die Statistiker in den Universitätsstädten Aachen (55,1 Prozent), Münster (52,7 Prozent) und Köln (48,8 Prozent). „Am niedrigsten waren die Anteile an Einpersonenhaushalten in den ländlich geprägten Kreisen Steinfurt (29,5 Prozent), Heinsberg (30,6 Prozent) und Borken (31,8 Prozent)“, schreibt IT.NRW. Zugleich macht die Behörde darauf aufmerksam, dass auch Alter und Geschlecht einen erheblichen Einfluss auf das Alleinleben haben.

Viele Seniorinnen leben allein

So ist die Altersgruppe der über 65-Jährigen mit 37,6 Prozent die größte Gruppe unter den Alleinlebenden Personen. Bei den 35- bis 49-Jährigen zeigt sich dagegen mit 15,8 Prozent die kleinste Alleinlebendenquote. Demgegenüber kommen die unter 34-Jährigen auf 22,9 Prozent und die 50- bis 64-Jähigen auf 23,8 Prozent Einpersonenhaushalte. Die Altersverteilung spiegelt vor allem die Tatsachen wieder, dass Senioren häufig nach dem Tod des Partners allein in der ehelichen Wohnung zurückbleiben.

Dabei verstirbt der Mann nicht selten vor seiner Partnerin, haben Männer doch eine etwas geringere Lebenserwartung und nicht selten auch ein höheres Alter als ihre Partnerin. Das spiegelt der Blick auf die Verteilung nach Geschlechtern wieder: So handelt es sich mit 50,3 Prozent bei der Hälfte der allein lebenden Frauen um Seniorinnen der Altersgruppe Ü65. Dagegen leben nur 23,1 Prozent der Männer in dieser Altersgruppe allein. Überhaupt ist die Verteilung der Alleinlebenden auf die Altersgruppen bei den Männern sehr ausgeglichen.

Die Altersgruppe U35 stellt bei den Männern mit 28,2 Prozent noch die größte Gruppe dar. Die 35- bis 49-Jährigen Männer kommen auf eine Alleinlebendenquote von 22,4 Prozent, die 50- bis 64-Jährigen auf 26,4 Prozent. Bei den Frauen dagegen leben nur 18,2 Prozent der Altersgruppe U35 allein, wie IT.NRW ausgerechnet hat. In der Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen Frauen gibt es gerade mal 9,9 Prozent Alleinlebende, bei den 50- bis 64-jährigen Frauen sind es 21,6 Prozent.

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