Wiesbaden. Im deutschen Wohnungsbau deutet sich an, dass die Talsohle erreicht ist und eine Erholung einsetzt. So meldet das Statistische Bundesamt in seiner jüngsten Statistik, dass sich die Auftragslage im Bauhauptgewerbe im November gebessert hat. Gegenüber dem Vormonat ist der Auftragseingang saison- und kalenderbereinigt um 8,5 Prozent höher ausgefallen. Auch wenn dabei der Tiefbau mit 10,1 Prozent über- und der Hochbau mit 7,2 Prozent unterdurchschnittlich wuchs, so ist dies dennoch auch für den Hochbau, zu dem der Wohnungsbau zählt, ein deutliches Wachstum.
„Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang von September 2025 bis November 2025 um 3,8 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor“, berichtet das Statistische Bundesamt. Dabei stand der Hochbau mit einem Plus von 5,8 Prozent sogar deutlich besser da als der Tiefbau mit lediglich +2,6 Prozent. Auch verglichen mit dem Vorjahresmonat (November 2024) kommt das Bauhauptgewerbe insgesamt real und kalenderbereinigt betrachtet auf einen um 4,1 Prozent gestiegenen Auftragseingang. Dabei betrug das Plus im Hochbau sogar 9,5 Prozent.
Positive Signale vom Wohnungsbau in NRW
Auch wenn man nur auf den Wohnungsbau als einen Teilbereich des Hochbaus blickt, zeigt sich ein Wachstum. Insgesamt verzeichnete das Bauhauptgewerbe in Deutschland im November 2025 allein im Wohnungsbau einen Auftragseingang in Höhe von rund 1,76 Milliarden Euro. Im Vorjahresmonat waren es noch gut 1,57 Milliarden gewesen. Das bedeutet ein Plus von knapp 12 Prozent. In Nordrhein-Westfalen sammelte das Bauhauptgewerbe im November 2025 Aufträge im Gesamtvolumen von 408 Millionen Euro ein. Im Vorjahr waren es knapp 275 Millionen gewesen. Hier ergibt sich mithin ein Wachstum von fast 49 Prozent.
Diese Zahlen verstehen sich allerdings angesichts der schweren Krise im Wohnungsbau vor dem Hintergrund niedriger Ausgangswerte. Stellt man einen Vergleich des preisbereinigten Auftragsvolumens an, dann zeigt sich, dass das Auftragsvolumen des letzten Jahres bis zum November 2025 immer noch 16 Prozent kleiner ist als im Vergleichszeitraum des Jahres 2022. Der Nachholbedarf nach dem starken Einbruch der Wohnungsbaukonjunktur ist also weiter erheblich. Dennoch deutet die jüngste Entwicklung darauf hin, dass die Talsohle durchschritten zu sein scheint und sich eine Erholung andeutet.
