Mehr Verkäufe, höhere Preise: Käufer zahlen 198 Milliarden Euro für Wohnimmobilien

Die Zinswende hatte die Zahl der Immobilienverkäufe und die Preise vorübergehend einknicken lassen – doch inzwischen hat sich der Markt wieder gedreht. Im vergangenen Jahr standen die Zeichen wieder auf Wachstum – sowohl bei der Anzahl der Verkäufe, als auch bei den Preisen. Dabei macht der Markt für Wohnimmobilien das mit Abstand größte Marktsegment aus.

Bonn. Der Immobilienmarkt in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr spürbar erholt. Rund 872.000 Immobilienkaufverträge sind 2025 bundesweit abgeschlossen worden und damit 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei wurden Kaufpreise in Höhe von insgesamt etwa 278 Milliarden Euro gezahlt – das sind 13 Prozent mehr als 2024. Der größte Teil des Marktes war dabei mit mehr als 70 Prozent Anteil der Bereich der Wohnimmobilien: Ungefähr 198 Milliarden Euro gaben Käufer in Deutschland letztes Jahr für Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Wohnbaugrundstücke aus.

Das geht aus der neuen Jahresauswertung aller notariell beglaubigten Immobilienkaufverträge hervor, welche der Arbeitskreis der Oberen Gutachterausschüsse vorgenommen hat, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) heute (24. Juni 2026) mitteilte. „Die Preise entwickelten sich in den meisten Wohnsegmenten wieder nach oben“, berichtet das BBSR. „Gebrauchte Reihenhäuser und Doppelhaushälften verteuerten sich im mittleren Preissegment um rund 4 Prozent auf 2.470 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.“ Ein freistehendes Einfamilienhaus oder Zweifamilienhaus lag dagegen mit durchschnittlich 2.420 Euro nicht einmal ein Prozent über dem Vorjahrespreis.

Immobilienpreise entwickeln sich regional sehr unterschiedlich

Für eine gebrauchte Eigentumswohnung zahlten die Käufer letztes Jahr im Bundesdurchschnitt 2.390 Euro pro Quadratmeter, für eine Neubauwohnung waren es 4.460 Euro. „Auch der Markt für Wohnbaugrundstücke setzte seine Erholung fort“, meldet das BBSR. „Die Zahl der Verkäufe von Grundstücken für Ein- und Zweifamilienhäuser stieg um 6 Prozent auf 50.100.“ Noch stärker stieg dabei die umgesetzte Geldsumme: Sie wuchs um 11 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro. Das BBSR ergänzt: „Auch bei Grundstücken für Mehrfamilienhäuser nahm die Zahl der Verkäufe um 12 Prozent auf 2.900 zu.“

Allerdings gibt es bei all diesen Preisen – wenig verwunderlicher Weise – eine enorme regionale Schwankungsbreite. So zahlte der durchschnittliche Käufer letztes Jahr für ein Einfamilienhaus oder ein Zweifamilienhaus in München 8.650 Euro pro Quadratmeter. Das sind 257 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Auch andere Top-Metropolen zeigten ein sehr hohes Preisniveau: In Frankfurt am Main waren es bei Ein- und Zweifamilienhäusern 5.240, in Stuttgart 5.210 und in Hamburg 4.780 Euro pro Quadratmeter. Auch auf der Rheinschiene sind Durchschnittspreise von 3.500 bis 4.500 Euro feststellbar.

Hohe Preise in Speckgürteln und Tourismus-Regionen

In Düsseldorf liegt das Preisniveau sogar noch über 4.500 Euro pro Quadratmeter. Den Gegenpol bilden ländliche und strukturschwache Gegenden, wie sie sich besonders zahlreich in Ostdeutschland finden. So zahlte der Durchschnittskäufer im Kyffhäuserkreis (Thüringen) 570 Euro pro Quadratmeter, im Landkreis Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt) 700 Euro und im Salzlandkreis (Sachsen-Anhalt) 880 Euro. Allerdings stellt das BBSR auch fest: „Hohe Preise werden längst nicht mehr ausschließlich in den Metropolen erzielt.“ Demnach kosteten Ein- und Zweifamilienhäuser in elf bayerischen Städten und Landkreisen mehr als in Hamburg.

Ähnliches gibt es von der Eigentumswohnung zu vermelden: Sie kostete letztes Jahr in München im Schnitt 7.600 Euro, während viele ostdeutsche Landkreise auf dreistellige Durchschnittspreise kamen. Am Alpenrand und an den Küsten, wo Ferienwohnungen beliebt sind, aber auch auf der Rheinschiene sowie in Berlin und seinem Umland lag das Preisniveau für Eigentumswohnungen dagegen sehr hoch im Bereich von 3.000 bis 3.500 Euro und stellenweise auch noch darüber. Angesichts der erheblich gestiegenen Grundstückspreise dürfte es auch dem Neubau schwerfallen, für eine Abmilderung des Preisanstiegs zu sorgen.

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