Sichtschutz: Ungestört auf Terrasse und Balkon

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen kommen Frühlingsgefühle auf – dann heißt es: nichts wie raus! Balkon oder Terrasse haben sich dank wetterfester Loungemöbel und Outdoor-Stoffe für viele längst zur Wohlfühl-Oase gemausert. Doch erst ein guter Sichtschutz sorgt für entspannte Stunden und schützt außerdem vor Wind und Sonneneinstrahlung.

Berlin. Je nachdem ob der Sichtschutz im Garten oder auf dem Balkon nach oben, unten oder zur Seite störende Blicke abgrenzen soll, bieten sich unterschiedliche Materialien an. Im Garten sind Hecken eine naturnahe und umweltfreundliche Lösung. Sie brauchen allerdings ein paar Jahre, bis sie die gewünschte Höhe erreicht haben und müssen regelmäßig geschnitten werden. Wer auch im Winter ins Grüne gucken möchte, sollte immergrüne Pflanzen wählen. Eine Alternative beispielsweise für Terrassen und Balkone bieten Rankgitter, an denen Kletterpflanzen für Privatsphäre sorgen.

Ausreichende Standfestigkeit ist wichtig: Klassische Zaunelemente aus Kunststoff oder Holz kommen sowohl im Garten als auch auf dem Balkon zum Einsatz. Geschlossene oder eng geflochtene Modelle bieten zwar optimalen Sichtschutz, allerdings ist der Windwiderstand größer als bei offeneren Varianten, sodass eine ausreichende Verankerung im Boden nötig ist. Aber Achtung: Auf dem Balkon darf keinesfalls tief in den Boden gebohrt werden, da die Abdichtung gegen Regenwasser oder die Dämmung beschädigt werden könnte. Hier bietet sich daher eine Montage am Geländer mittels Kabelbindern oder Rohrschellen an.

Findet dagegen eine grundlegende Balkonsanierung statt, ist es ratsam, die Montage des Sichtschutzes bereits vorab einzuplanen. Hier sind Modelle aus einem Holz-/Kunststoff-Verbundwerkstoff (WPC) sehr verbreitet. Die Optik lässt sich von Naturholz kaum unterscheiden, das Material ist jedoch feuchtigkeitsresistent und bleicht bei Sonneneinstrahlung deutlich weniger aus als reines Holz. Mittlerweile gibt es sogar Zäune mit integrierten Solarzellen – eine Kombination aus Sichtschutz und Photovoltaik-Anlage. Mauern aus Sichtbetonelementen, Ziegeln oder Natursteinen haben optisch eine klare Wirkung, können allerdings – je nach Landesbauordnung – genehmigungspflichtig sein.

Schmale Pflanzgefäße sparen Platz

In Mehrfamilienhäusern ist der Wunsch nach Privatsphäre unter freiem Himmel besonders gefragt. Wer auch auf dem Balkon im Grünen sitzen möchte, entscheidet sich für schmale Pflanzgefäße, die, mit Gräsern oder Bambus bestückt, eine natürliche Grenze ziehen, ohne gegen Blicke komplett abzuschotten. „Allerdings muss man dabei auf statische Vorgaben achten. Auf jeden Fall sollten die Pflanzgefäße leicht sein. Lediglich die Erde sorgt dann für Gewicht – ein entscheidendes Kriterium für den Einsatz auf Balkonen oder Dachterrassen“, erklärt Natascha Gudewer, die gemeinsam mit ihrem Mann Thies das Outdoor-Einrichtungshaus Gudewer in Hamburg führt. 

Unkompliziert in der Handhabung, auch wenn sie eine eher provisorische Lösung darstellen, sind Paravents oder Sonnenschirme mit Knickgelenk. Ungewöhnlich, aber sehr passend zum Outdoor-Wohnzimmer sind Vorhänge, die speziell für den Gebrauch im Freien entwickelt wurden. Die leicht transparenten Stoffe sind meist aus Polyester und lassen sich in der Waschmaschine reinigen. Je nach den örtlichen Gegebenheiten ist die Montage über Schienen oder ein Seilsystem möglich. Auch hier muss darauf geachtet werden, dass die Abdichtung des darüber liegenden Balkonbodens nicht verletzt wird.

Rechtliche Vorgaben beachten

Aus luftiger Höhe bietet eine winddurchlässige und dennoch blickdichte Geländerbespannung einen Sichtschutz nach unten. Vorgefertigte Bahnen aus Markisenstoff mit eingearbeiteten Ösen werden lediglich mit Kabelbindern am Geländer befestigt. Hier gibt es große Qualitätsunterschiede. Hochwertige Materialien sind UV-beständig, gegen Wasser und Schimmel resistent und trocknen selbst nach Dauerregen innerhalb kurzer Zeit. Flecken lassen sich unkompliziert mit einer Bürste entfernen.

In jedem Fall sollte man vorab klären, ob eine Genehmigung der Baubehörde, der Nachbarn oder der Wohnungseigentümergemeinschaft einzuholen ist. Entsprechend dürfen Mieter lediglich mit der Erlaubnis des Eigentümers einen fest installierten Sichtschutz montieren. Wird bei der Montage in gedämmte Fassaden gebohrt, sollten spezielle Dämmstoffdübel zum Einsatz kommen, um Kältebrücken zu vermeiden.

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