Wiesbaden. Der durchschnittliche deutsche Privathaushalt musste im zweiten Halbjahr 2025 für seinen Stromverbrauch 40,55 Cent pro Kilowattstunde ausgeben. Das waren 1,6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des Jahres, zugleich aber auch 1,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Verglichen mit dem 2. Halbjahr des Jahres 2021 lag der durchschnittliche Strompreis damit um stolze 23,4 Prozent höher. Das hat das Statistische Bundesamt jetzt mitgeteilt und damit aufgezeigt, dass Strom in Deutschland weiterhin ein teures Gut bleibt.
Interessant ist die nähere Betrachtung der Strompreisbestandteile. In der zweiten Jahreshälfte des letzten Jahres lagen die Kosten für die Energiebeschaffung und den Vertrieb um 8,6 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Netzentgelte waren 1,4 Prozent kleiner. Steuern, Abgaben und Umlagen stiegen zeitgleich allerdings um 8,3 Prozent an. Das liegt nach Angaben des Statistischen Bundesamts vor allem an der zum 1. Januar 2025 erhöhten Offshore-Netzumlage sowie am gestiegenen Aufschlag für besondere Netznutzung.
Gaspreise auf hohem Niveau
Unterdessen war die Gaspreisentwicklung letztes Jahr zurückhaltender als die Strompreisentwicklung: Für die Kilowattstunde Erdgas zahlten die deutschen Privathaushalte im zweiten Halbjahr 2025 im Schnitt 12,23 Cent. Das waren 0,8 Prozent mehr als im ersten Halbjahr und 0,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Verglichen mit dem 2. Halbjahr 2021 – also dem Halbjahr vor dem russischen Überfall auf die Ukraine, lagen die Gaspreise in der zweiten Jahreshälfte 2025 allerdings um 79,1 Prozent höher.
Noch deutlicher als beim Strom ist auch beim Gaspreis der Einfluss politischen Handelns. Die im Gaspreis enthaltenen Kosten für die Gasbeschaffung und den Vertrieb lagen im 2. Halbjahr 2025 nämlich um stolze 10,0 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wuchs die Belastung durch Steuern, Abgaben und Umlagen um 5,8 Prozent. „Letzteres war die Folge von Erhöhungen der CO2‑Steuer und der Gasspeicherumlage ab dem 1. Januar 2025“, schreibt das Statistische Bundesamt. Hinzu kamen um 19,7 Prozent höhere Netzentgelte.
Energie billiger – Steuern, Abgaben und Umlagen höher
Die Gaspreise für die Privathaushalte in Deutschland blieben also in der zweiten Jahreshälfte des letzten Jahres recht stabil – hätten jedoch kräftig sinken können, wenn politische Entscheidungen es nicht anders gewollt hätten. Es sind mithin politische Maßnahmen, welche dafür sorgen, dass hohe Energiekosten sich kostentreibend auf die Wohnkosten auswirken.Wie hoch der Einfluss der Energiebeschaffung auf die Wohnkosten privater Haushalte ist, das zeigt der NRW-Wohnkostenbericht.
Die von der amtlichen Statistik jetzt bilanzierte Situation im Jahr 2025 bildet die Ausgangslage für die weitere Preisentwicklung im laufenden Jahr. Bedingt durch den Irankrieg dürften sich in diesem Jahr auch die Kosten für die Energiebeschaffung insbesondere bei Erdgas wieder deutlich erhöhen. Das Ausmaß ist allerdings schwer abschätzbar, solange unklar bleibt, wie lange die militärische Auseinandersetzung in der Golfregion anhalten wird.
