Berlin. Unabhängig davon, ob eine Immobilie selbst genutzt oder vermietet wird, steht eine Versicherung immer an erster Stelle: die Wohngebäudeversicherung. Sie schützt alles, was fest mit dem Haus verbunden ist, also etwa Dach, Wände, tragende Strukturen, Leitungen, Heizungsanlagen sowie fest eingebaute Anlagen und Einrichtungen. Schäden durch Sturm, Feuer oder Wasser gehören zu den typischen Gefahren, die schnell erheblichen Ärger verursachen können.
Hier zeigt sich auch, wie fragil selbst Immobilien manchmal sind. Ein Wasserrohrbruch kann ganze Wohnbereiche tagelang oder länger unbewohnbar machen, ein Brand macht zuweilen den kompletten oder teilweisen Wiederaufbau erforderlich. Ohne Wohngebäudeversicherung müsste der Eigentümer die Kosten dafür selbst stemmen. Deshalb ist diese Versicherung ein zwingender Grundbaustein jeder verantwortungsvollen Immobilienabsicherung.
Wo die Nutzung den Unterschied macht
Welche weiteren Versicherungsbedarfe wichtig sind, hängt von der Nutzung der Immobilie ab, also ob die Immobilie selbst bewohnt oder vermietet wird. Bei selbst genutztem Wohneigentum steht vor allem der Schutz des eigenen Lebensraumes im Mittelpunkt. Bei vermieteten Immobilien rückt zusätzlich die Verantwortung gegenüber Dritten in den Vordergrund.
Wer seine Immobilie vermietet, trägt nämlich auch dann Verantwortung, wenn der Schaden nicht selbst verursacht wurde. Schon ein nicht gestreuter Gehweg oder eine defekte Treppenstufe können zu Schadensersatzforderungen führen. Das macht die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht zu einer der wichtigsten Policen für Vermieter. Sie schützt bei Personen- und Sachschäden, die aus der Verkehrssicherungspflicht rund um das Grundstück entstehen können.
Schutz für Vermieter
Sinnvoll können außerdem weitere Ergänzungen sein. Eine Mietausfallversicherung hilft, wenn Mieteinnahmen zeitweise ausbleiben, etwa nach einem Schaden am Objekt oder bei Zahlungsausfällen. Auch eine Rechtsschutzversicherung für Vermieter ist ratsam, wenn es zu Streitigkeiten im Mietverhältnis kommt. Beide Policen sind nicht zwingend notwendig, können aber in bestimmten Konstellationen eine spürbare Entlastung bringen.
Wer selbst in der Immobilie wohnt, braucht andere Schwerpunkte. Dann ist neben der Wohngebäudeversicherung vor allem die private Haftpflichtversicherung wichtig. Sie greift, wenn durch die eigene Person oder vom Grundstück aus ein Schaden entsteht. In vielen Fällen ist dieser Schutz schon abgedeckt, doch Eigentümer sollten genau prüfen, ob selbst genutztes Wohneigentum tatsächlich eingeschlossen ist.
Ergänzend ist eine Hausratversicherung oft sinnvoll. Sie schützt bewegliche Gegenstände wie Möbel, Kleidung oder technische Geräte. Für Menschen mit hochwertiger Einrichtung oder viel Technik kann sie den Unterschied machen, wenn Einbruch, Brand oder andere Alltagsrisiken den Hausstand beschädigen.
Elementarschäden nicht vergessen
Ein Punkt gewinnt angesichts zunehmender Extremwetterlagen immer mehr an Gewicht: die Absicherung gegen Elementarschäden. Dazu zählen etwa Überschwemmungen, Starkregen oder Erdrutsche. Solche Risiken sind in der üblichen Wohngebäudeversicherung meist nicht enthalten und müssen zusätzlich vereinbart werden.
Ob dieser Schutz notwendig ist, hängt stark vom Standort der Immobilie ab. Wer in einem Gebiet mit erhöhtem Risiko lebt, sollte die Ergänzung besonders gründlich prüfen. Denn gerade Naturereignisse verursachen Schäden, die sich nicht mehr mit einer einfachen Reparatur beheben lassen, sondern die Substanz eines Hauses gefährden können.
Was steuerlich zählt und worauf es im Vertrag ankommt
Bei vermieteten Immobilien ist auch der steuerliche Blick wichtig. Versicherungsbeiträge können dort in vielen Fällen als Werbungskosten im Zusammenhang mit den Mieteinnahmen berücksichtigt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich außerdem Ausgaben über die Betriebskosten auf Mieter umlegen, wenn dies im Mietvertrag und rechtlich korrekt geregelt ist. Anders sieht es bei selbst genutztem Wohneigentum aus.
Hier gelten Versicherungen in der Regel als private Ausgaben. Deshalb lohnt es sich umso mehr, den Schutz bewusst zusammenzustellen und nicht mehr zu versichern als nötig. Entscheidend ist nicht nur, welche Versicherung abgeschlossen wird, sondern wie gut der Vertrag gestaltet ist. Eine ausreichend hohe Deckungssumme, ein sauber definierter Leistungsumfang und Schutz vor Unterversicherung sind zentrale Punkte. Ebenso wichtig ist der Blick auf Ausschlüsse, also auf Fälle, in denen der Versicherer nicht leistet.
Typische Fehler entstehen oft aus Routine: Versicherungssummen werden zu niedrig angesetzt, Umbauten werden nicht gemeldet, oder eine Immobilie wechselt von der Selbstnutzung in die Vermietung, ohne dass der Schutz entsprechend angepasst wird. Versicherungsverträge sind deshalb kein einmaliger Verwaltungsakt, sondern müssen regelmäßig überprüft werden.
Tipp
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