Düsseldorf. Die Haushalte in Nordrhein-Westfalen haben zuletzt mehr Abfall produziert. Das zeigt die jüngste Auswertung, welche das Statistische Landesamt IT.NRW jetzt veröffentlicht hat. Demnach fielen in NRW im Jahr 2024 pro Kopf 216 kg Hausmüll und Sperrmüll an. Das sind 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Es ist der zweite Anstieg der Abfallmenge in Folge. Allerdings ist das Müllaufkommen damit im langjährigen Vergleich immer noch moderat: Im Jahr 2004 kamen in NRW pro Kopf noch 228,9 kg zusammen, nach langjähriger rückläufiger Tendenz gab es 2021 ein Zwischenhoch mit 230,9 kg. Dieser Ausreißer lag allerdings nach Angaben von IT.NRW an einem außergewöhnlichen Sperrmüllaufkommen nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021.
Die höchsten Abfallmengen pro Kopf gab es im letzten statisch erfassten Jahr 2024 im Ruhrgebiet: Bottrop kam mit 325 kg auf den landesweit höchsten Wert, gefolgt von Oberhausen mit 306,5 kg. Besonders gut in der Müllvermeidung waren dagegen die Haushalte im Kreis Höxter: Hier kamen pro Kopf im Jahr 2024 nur 107,9 kg Haus- und Sperrmüll zusammen. Nicht viel schlechter schnitt der Kreis Olpe ab, der auf 110,5 kg kam. Im deutschlandweiten Vergleich schneidet NRW allerdings vergleichsweise schlecht ab, was Müllvermeidung angeht: Mit 186,7 kg pro Kopf lag die bundesweite Durchschnittsabfallmenge 2024 deutlich unter den NRW-Landesdurchschnitt.
Abfallmenge: Hohe regionale Unterschiede in Deutschland und NRW
Allerdings gab es 2024 auch bundesweit gesehen einen Anstieg der Abfallmenge um 2,6 Prozent zu verzeichnen. „Insgesamt machten Haus- und Sperrmüllabfälle 2024 ca. 41 Prozent der gesamten Haushaltsabfallmenge aus, welche durch öffentliche Entsorgungsdienstleister erfasst werden“, ergänzt IT.NRW. Interessant sind natürlich die erheblichen regionalen Schwankungsbreiten bei der angefallenen Abfallmenge. So liegt Bottrop bundesweit auf dem zweiten Platz der größten Müllmengen; nur Bremerhaven ist mit 351 kg pro Person ein noch größerer Abfallproduzent. Die niedrigsten Zahlen dagegen sind wesentlich kleiner: Der Landkreis Calw (Baden-Württemberg) kam mit nur 70,9 kg auf den bundesweit kleinsten Wert.
Auch im bayerischen Aschaffenburg fiel mit 71,1 kg ausgesprochen wenig Hausmüll und Sperrmüll an. „Insgesamt fiel das Aufkommen in Ballungsräumen höher aus als in ländlicheren Gebieten“, schreibt IT.NRW. „Ausnahmen hierzu bildeten Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg mit einem überdurchschnittlichen Pro-Kopf-Aufkommen des Haus- und Sperrmülls in allen Kreisen.“ Woher kommen die großen regionalen Unterschiede? Die amtlichen Statistiker nennen als mögliche Gründe einerseits finanzielle Aspekte wie die Höhe der Entsorgungsgebühren und Angebote von privaten Entsorgungsdienstleistern.
Andererseits spiele auch das Ausmaß der Sensibilisierung der Bevölkerung für die Müllvermeidung und Mülltrennung eine Rolle. Außerdem können mitunter besondere Ereignisse wie beispielsweise Starkregen oder Überflutungen die Zahlen lokal in einem Jahr außergewöhnlich in die Höhe treiben. Die Höhe der Kosten für die Abfallentsorgung beeinflusst direkt die Höhe der Wohnkosten für Eigentümer und – über die Nebenkostenabrechnung – auch für Mieter. Der NRW-Wohnkostenbericht 2025 hat festgestellt, dass die Abfallkosten in NRW im Jahr 2024 im Schnitt um 2,5 Prozent gestiegen sind und etwa 4 Prozent der gesamten Wohnnebenkosten ausmachten.
