Düsseldorf. Auch in Nordrhein-Westfalen schwächelt der Wohnungsbau erheblich: Im letzten Jahr sind in NRW nur noch 37.185 Wohnungen fertiggestellt worden und damit 9,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Das hat das Statistische Landesamt IT.NRW heute (29. Mai 2026) mitgeteilt. Auch wenn es sich um ein erhebliches Minus handelt: Damit steht NRW immer noch deutlich besser da als der Bundesdurchschnitt. Bundesweit sind im Jahr 2025 nämlich 18 Prozent weniger Wohnungen fertiggestellt worden als im Vorjahr (wir berichteten).
Doch auch für NRW bedeutet die Fertigstellungsbilanz für das letzte Jahr einen historischen Tiefststand: Wer einen noch kleineren Wert sucht, muss bis ins Jahr 2011 zurückblicken. Damals wurden 34.442 neue Wohnungen fertig. Insbesondere beim Mehrfamilienhaus hat sich der Neubau in NRW letztes Jahr völlig gegen den Bundestrend entwickelt: Während die Zahl fertiggestellter Wohnungen in Mehrfamilienhäusern im Bundesdurchschnitt 2025 um 18,9 Prozent einbracht, waren es in NRW nur -4,0 Prozent.
Das größte Minus war in NRW beim Zweifamilienhaus zu verzeichnen: In diesem Sektor entstanden letztes Jahr nur noch 2.074 neue Wohnungen, was einem Minus von 19,7 Prozent entspricht. Auch das ist allerdings nicht ganz so schlecht wie im Bundesdurchschnitt, wo sich ein Minus von 21,4 Prozent zeigte. Beim Einfamilienhaus sank die Zahl der Fertigstellungen in NRW letztes Jahr um 13,9 Prozent, während im Bundesdurchschnitt ein Minus von 23,3 Prozent zu verbuchen war.
Wohnungsbau im Bestand schwächelt deutlich
In NRW hat der Neubau letztes Jahr also bei allen Gebäudetypen eine deutlich weniger schlechte Entwicklung gezeigt als im Bundestrend. Allerdings: „In neuen Nichtwohngebäuden – worunter gemischt genutzte Gebäude fallen, die überwiegend nicht Wohnzwecken dienen – sank die Zahl der fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2025 um 44 Prozent auf 318 Wohnungen“, schreibt IT.NRW. Bundesweit lag das Minus bei rund einem Drittel. Durch Umbau oder Ausbau von Bestandsgebäuden entstanden 2025 in NRW letztes Jahr 5.630 Wohnungen.
Das sind immerhin 6 Prozent weniger als im Vorjahr, während im Bundestrend ein Minus von nur 1,8 Prozent zu verzeichnen war. Auch die Wohnungsbauquote hat sich in NRW im letzten Jahr negativ entwickelt. Diese Quote gibt die Zahl der im Jahr fertiggestellten neuen Wohnungen pro 10.000 Einwohner an (Wohnheime nicht mitgezählt). Im Jahr 2025 lag die Wohnungsbauquote in NRW landesweit bei 19,8 fertiggestellten Wohnungen je 10.000 Einwohnern. „Noch vor fünf Jahren (2020) lag die Quote bei 26,9“, stellt IT.NRW fest.
Wohnungsbauquote regional sehr unterschiedlich
Die Wohnungsbauquote fällt dabei lokal recht unterschiedlich aus. Die landesweit höchsten Wohnungsbauquoten schafften im letzten Jahr die Stadt Köln (42,6), der Kreis Borken (41,2) und die Stadt Münster sowie der Kreis Paderborn (jeweils 38,6). Die landesweit kleinste Wohnungsbauquote ergab sich in Krefeld (1,8), Hagen (4,0) und Bottrop (4,1). Sehr niedrige Wohnungsbauquoten von unter 10 Wohnungen je 10.000 Einwohner fanden sich außerdem in Leverkusen, Wuppertal, Remscheid, Bochum, Gelsenkirchen und Mülheim an der Ruhr, im Märkischen Kreis und im Kreis Höxter.
Hohe Wohnungsbauquoten mit mehr als 30 neuen Wohnungen auf 10.000 Einwohner zeigten sich dagegen auch in den Landkreisen Heinsberg, Euskirchen, Coesfeld, Gütersloh und Paderborn. „Der zweite deutliche Rückgang in Folge bei den Baufertigstellungen von Wohnungen im Jahr 2025 ist auf die rückläufige Zahl bei den erteilten Baugenehmigungen für Wohnungen zurückzuführen“, schreibt IT.NRW. So habe die Zahl der Baugenehmigungen im Jahr 2025 um 27,4 Prozent unter dem Wert von 2020 gelegen. Wohnungen, die nicht genehmigt werden, können in den Folgejahren natürlich auch nicht gebaut werden.
