Berlin/Düsseldorf. Deutschland hat sein Klimaziel für 2025 erreicht. Insgesamt hat die Bundesrepublik im vergangenen Jahr 648,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Das sind 12,8 Millionen Tonnen weniger, als das Klimaschutzgesetz erlaubt hätte. Das hat das Umweltbundesamt (UBA) am Samstag (14. März 2026) mitgeteilt. Gegenüber dem Vorjahr sind die Emissionen demnach um rund eine Million Tonnen gesunken, was einem Rückgang von 0,1 Prozent entspricht.
„Damit hat Deutschland seine Treibhausgasemissionen seit 1990 um 48 Prozent reduziert“, rechnet die Behörde vor. Die Energiewirtschaft habe im letzten Jahr einen Rückgang um 0,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente erzielt. Das sei auch auf die erneut gestiegene Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zurückzuführen. „In den Sektoren Verkehr und Gebäude stiegen die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr an“, teilte das Umweltbundesamt mit und verwies insofern auf weiteren Handlungsbedarf.
Unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Emissionsbereichen
Während die Industrie – bedingt durch die schwache Konjunktur – 5,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente weniger ausgestoßen hat, stiegen die Emissionen im Gebäudesektor um 3,4 Millionen Tonnen an, weil angesichts der kühleren Witterung etwas mehr geheizt wurde als im Vorjahr. Der Verkehrssektor kam auf ein Plus von 2,1 Millionen Tonnen. Die Landwirtschaft kam letztes Jahr auf eine Stagnation (Veränderung um 0 Millionen Tonnen).
„Das gesetzliche Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, bleibt erreichbar“, stellt das UBA mit Blick auf die aktuelle Projektion der mittelfristigen Treibhausgasentwicklung fest. Dafür braucht es allerdings zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen: „Ab 2026 müssten die Emissionen bis 2030 pro Jahr im Schnitt um 42 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente sinken“, rechnet das Umweltbundesamt vor.
Wärmepumpe gewinnt an Akzeptanz
Der Präsident der obersten deutschen Umweltbehörde, Dirk Messner, sagte zur langfristigen Zielerreichung: „Zentrales Fundament bleibt eine erfolgreiche Energiewende mit einem weiterhin starken Ausbau der erneuerbaren Energien, den dafür erforderlichen Speicher- und Netzinfrastrukturen und der Elektrifizierung im Verkehr und in den Gebäuden sowie ein gezielter Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.“
In Hinblick hierauf bewertete es das Umweltbundesamt als positiv, dass die Akzeptanz der Wärmepumpe im letzten Jahr weiter gestiegen sei: „So hat die Wärmepumpe 2025 die Gasheizung als meistverkaufte Heizungsart überholt und wurde 299.000-mal verkauft – 55 Prozent mehr als im Vorjahr. Technologische Fortschritte, sinkende Betriebskosten und steigende Installationskapazitäten im Handwerk treiben diese Entwicklung.“
Reform der Rechtslage: Was sollten Eigentümer beim Heizungstausch beachten?
Was bedeutet vor diesem Hintergrund die geplante Rücknahme des von der Ampel-Regierung erlassenen Heizungsgesetzes für die Immobilieneigentümer im Land? Darüber informierte der Vizepräsident von Haus & Grund Rheinland Westfalen, Dr. Johann Werner Fliescher, am Samstagabend als Live-Studiogast in der Sendung „Aktuelle Stunde“ im WDR Fernsehen. Auch Fliescher betonte, die Wärmepumpe sei eine gute Lösung, wo ihr Einsatz baulich gesehen möglich und Fernwärme nicht verfügbar sei.
Mit Blick auf die Entscheidungsfreiheit der Eigentümer, welche durch das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz künftig auch wieder die Freiheit haben sollen (wir berichteten), Gas oder Heizöl mit steigendem erneuerbarem Anteil einzusetzen, riet Fliescher angesichts hoher Strom-, Gas- und Ölpreise dazu, sehr genau zu prüfen, welche neue Heizungstechnologie im Einzelfall Sinn ergebe. Das ganze Interview können Sie hier in der ARD-Mediathek sehen (ab Minute 05:19).
