Hitze-Hilfe: NRW unterstützt wohnungslose und obdachlose Menschen

Die Kältehilfen für wohnungslose und obdachlose Menschen sind in NRW seit Jahren eine bekannte Unterstützungsmaßnahme. Doch auch im Hochsommer lässt das Land die Menschen ohne Wohnung nicht allein – schließlich bedeutet auch die Hitze erhebliche Gesundheitsgefahren insbesondere für Menschen, die auf der Straße leben. Die Hilfe wurde jetzt sogar verdoppelt.

Düsseldorf. Das Land NRW unterstützt obdachlose und wohnungslose Menschen diesen Sommer mit insgesamt 500.000 Euro für den Hitzeschutz. Das Land gibt das Geld an die Träger und Initiativen der Wohnungslosenhilfe, welche davon Hilfsgüter kaufen und an die Bedürftigen verteilen können. Dabei geht es beispielsweise um Trinkwasserfalschen, Sonnensegel, leichte Sonnenschutzkleidung oder auch Sonnenschutzmittel. Nach einer ersten Förderphase Ende Juni, bei der 250.000 Euro bereitgestellt wurden, sind Ende Juli weitere 250.000 Euro für diesen Zweck freigegeben worden.

Das hat das zuständige Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales mitgeteilt. „Die Folgen des Klimawandels und die historische Hitzewelle, die wir kürzlich erlebt haben, zeigen uns sehr deutlich: Wir müssen uns als Gesellschaft auf extreme Hitzeperioden einstellen“, erklärte Minister Karl-Josef Laumann (CDU) hierzu. Menschen ohne schützendes Dach über dem Kopf seien der Hitze besonders ausgeliefert und hätten nur eingeschränkt Zugang zu Trinkwasser oder klimatisierten Räumlichkeiten, ergänzte er. Die extreme Sonneneinstrahlung sei im schlimmsten Fall ein lebensbedrohliches Risiko für obdach- und wohnungslose Menschen. 

„Hier leisten die Sommerhilfen einen gezielten Beitrag für den gesundheitsbezogenen Hitzeschutz im Bereich der lokalen Wohnungslosenhilfe. Angesichts der Hitzephasen und der damit einhergehenden besonderen Herausforderungen stocken wir die Mittel für die Sommerhilfen in diesem Jahr bedarfsgerecht auf“, betonte Laumann. Sein Haus hat außerdem gemeinsam mit dem Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz und weiteren Akteuren einen Leitfaden „Hitzeschutz für Menschen ohne Wohnung oder Obdach” entwickelt. Er ist online abrufbar unter www.hitze.nrw.de.

Überwindung der Wohnungslosigkeit ist das große Ziel

Die Sommerhilfen für Obdachlose sind – wie auch die Kältehilfen im Winter (wir berichteten) – Teil der NRW-Initiative „Endlich ein ZUHAUSE!“. Im Rahmen dieser Initiative unterstützt das Land seit dem Jahr 2019 die Träger der Wohnungslosenhilfe bei ihrer Arbeit. „Durch den zusätzlichen Einsatz von Fördermitteln der EU stehen im Jahr 2026 insgesamt rund 16,6 Millionen Euro für diesen Zweck zur Verfügung“, wie das zuständige Ministerium betont. Das große Ziel bleibt natürlich die Überwindung der Wohnungslosigkeit in Nordrhein-Westfalen bis zum Ende dieses Jahrzehnts.

Hintergrund: Deutschland hat es sich zum Ziel gesetzt, die Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit bis zum Jahr 2030 zu überwinden, dafür wurde ein entsprechender nationaler Aktionsplan aufgestellt (wir berichteten). Der Landesverband Haus & Grund Rheinland Ruhr unterstützt dieses Ziel und setzt sich dafür ein, das Abgleiten von Menschen in die Wohnungslosigkeit möglichst oft zu vermeiden und die Rückkehr wohnungsloser Menschen in Wohnungen zu erleichtern.

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