Düsseldorf. Die Wohnungsnachfrage ist in Nordrhein-Westfalen weiterhin hoch mit ansteigender Tendenz. So fanden Mietwohnungen im ersten Halbjahr 2025 vier Tage schneller neue Mieter als im Vorjahreszeitraum: Nur noch 19 Tage dauerte die Mietersuche im Landesdurchschnitt. Auch die durchschnittliche Eigentumswohnung fand deutlich schneller einen Käufer: 67 Tage lang waren die Objekte auf dem Markt und damit 19 Tage weniger als noch im Vorjahreszeitraum. Das durchschnittliche Einfamilienhaus war mit 72 Tagen sogar 27 Tage schneller verkauft als im ersten Halbjahr 2024.
Das zeigt der neue Wohnungsmarktbericht NRW, welchen die NRW.BANK gestern (9. Februar 2026) veröffentlicht hat. Mit dieser Studie untersucht die Förderbank, die unter anderem auch für die öffentliche Wohnraumförderung in NRW zuständig ist, jedes Jahr die Lage auf den Wohnungsmärkten in Nordrhein-Westfalen sowie die Entwicklung der Mieten. In diesem Jahr hat das Institut dabei erstmals auch die Wohnnebenkosten angeschaut und somit die Entwicklung der Wohnkosten insgesamt ins Blickfeld gerückt.
Nebenkosten steigen stärker als Kaltmieten
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Wohnungsmarkt in Nordrhein-Westfalen weiter unter Druck steht: Die Nachfrage zieht an, das Angebot bleibt knapp und die Kosten steigen spürbar“, fasste Claudia Hillenherms, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK, die Ergebnisse der Auswertungen zusammen. Gerade vor diesem Hintergrund komme der öffentlichen Wohnraumförderung eine zentrale Rolle zu. Was die steigenden Kosten betrifft, so hat die NRW.BANK im NRW-Durchschnitt weiterhin steigende Angebotsmieten festgestellt.
Für die mittlere Angebotsmiete für Wiedervermietungsobjekte ermittelte man im Jahr 2024 einen Durchschnittswert von 9,41 Euro pro Quadratmeter, was 5,5 Prozent mehr sind, als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2025 seien die Angebotsmieten weiter auf durchschnittlich 9,84 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Das sind allerdings ziemlich kleine Zuwächse verglichen mit dem Anstieg der Nebenkosten des Wohnens. „Mit durchschnittlich 3,04 Euro pro Quadratmeter lagen sie 2024 um 47 Prozent höher als 2018. Damit stiegen sie deutlich stärker als die Nettokaltmieten, die im selben Zeitraum um 31 Prozent hochgingen“, schreibt die NRW.BANK zu ihren Ergebnissen.
Wohnungsmarktbericht liefert wertvolle Hinweise für Wohnungspolitik
Insbesondere Haushalte mit begrenzten Einkommen würden dadurch zusätzlich belastet, stellt die Förderbank fest und erläutert: „Die größten Steigerungen waren sowohl bei den kalten als auch bei den warmen Nebenkosten in den Jahren 2022 und 2023 zu beobachten. Hintergrund ist die Energiepreisentwicklung infolge des Kriegs gegen die Ukraine ebenso wie die spürbare Preissteigerung bei Personal- und Materialkosten.“ Für die Untersuchung der Nebenkosten hat die NRW.BANK auch auf den NRW-Wohnkostenbericht von Haus & Grund Rheinland Westfalen zurückgegriffen, welcher seit mehr als 10 Jahren deren Entwicklung untersucht.
„Für die Höhe von 73 Prozent der Wohnnebenkosten ist die Politik mit ihren Entscheidungen verantwortlich“, stellt Erik Uwe Amaya mit Blick auf den NRW-Wohnkostenbericht fest. Der Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland Westfalen betont: „Der Wohnungsmarktbericht der NRW.BANK zeigt auf, was die Wohnungspolitik für bezahlbares Wohnen beachten müsste: Mietrechtliche Verschärfungen wie die Mietpreisbremse können kaum Wirkung entfalten, weil damit die eigentlichen Grundprobleme nicht gelöst werden. Vielmehr muss der Anstieg der Nebenkosten abgefangen und der Neubau angekurbelt werden.“
