Strom und Gas: Preise für Privathaushalte etwas gesunken

Die politischen Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise zeigen Wirkung: Private Haushalte mussten im ersten Halbjahr 2026 niedrigere Preise für Strom und Gas aufbringen. Allerdings profitierten nicht alle Verbraucher gleich stark davon. Außerdem liegt das Preisniveau trotz allem weiterhin sehr weit über dem, was vor dem russischen Überfall auf die Ukraine zu zahlen war.

Wiesbaden. Die privaten Haushalte in Deutschland haben im ersten Halbjahr des laufenden Jahres niedrigere Preise für Strom und Gas bezahlt als im Vorjahr. Die Strompreise fielen im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025 um 6,4 Prozent, die Gaspreise um 5,3 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahreshalbjahr lag das Minus bei 4,5 Prozent für Gas und 4,9 Prozent für Strom. Das hat das Statistische Bundesamt jetzt mitgeteilt. Demnach kostete die Kilowattstunde Erdgas für Privathaushalte im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt 11,58 Cent und die Kilowattstunde Strom 37,97 Cent.

Wie die Statistik zeigt, sanken die Preise für alle Verbrauchergruppen – allerdings nicht in gleichem Maße. So kamen Haushalte mit einem Stromverbrauch von weniger als 1.000 Kilowattstunden nur 2,5 Prozent günstiger weg. Sie mussten im Schnitt 57,99 Cent für die Kilowattstunde ausgeben – hier macht sich die teure Grundversorgung bemerkbar. Haushalte mit einem Verbrauch von mehr als 15.000 Kilowattstunden zahlten dagegen nur 30,55 Cent pro Kilowattstunde und kamen damit 6,9 Prozent günstiger weg als im vorherigen Halbjahr.

Trotz Rückgang: Preise weiterhin sehr hoch

„Ein wichtiger Grund für die gesunkenen Strompreise waren die niedrigeren Netzentgelte, die in Folge der Bundesbezuschussung der Netzbetreiber günstiger wurden“, resümiert das Statistische Bundesamt. Beim Erdgas profitierten die Haushalte dagegen von der Abschaffung der Gasspeicherumlage (wir berichteten). „Private Haushalte mit einem Jahresverbrauch von weniger als 20 Gigajoule zahlten 15,17 Cent je Kilowattstunde und damit 6,1 Prozent weniger als im 2. Halbjahr 2025“, stellt das Statistische Bundesamt fest. 

Bei einem Verbrauch von mehr als 200 Gigajoule im Jahr zahlten die Privathaushalte für das Gas dagegen nur 10,92 Cent pro Kilowattstunde. Das sind 3,5 Prozent weniger als im vorherigen Halbjahr. Der Rückgang der Preise darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Strom und Gas in Deutschland weiterhin sehr teuer sind. Verglichen mit dem 1. Halbjahr 2021 – also der Zeit vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine – liegen die Gaspreise noch immer um 80,7 Prozent höher, die Strompreise sind um 16,4 Prozent größer.

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